Nach Attacke auf Bürgermeister von Thessaloniki Mutmaßliche Rechtsextremisten festgenommen

Von red/AFP 

Nach einem gewaltsamen Angriff ist der Bürgermeister von Thessaloniki, Yiannis Boutaris, vorübergehend im Krankenhaus gewesen. Vier Verdächtige wurden derweil festgenommen.

Bürgermeister Yiannis Boutaris muss nach dem Angriff gestützt werden. Foto: Eurokinissi
Bürgermeister Yiannis Boutaris muss nach dem Angriff gestützt werden. Foto: Eurokinissi

Thessaloniki - Nach dem gewaltsamen Angriff auf den Bürgermeister der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki, Yiannis Boutaris, sind vier mutmaßliche Rechtsextremisten festgenommen worden. Nach Angaben aus Justizkreisen vom Montag wurden zwei Männer im Alter von 20 Jahren sowie ein 17-Jähriger und ein 36-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Störung der öffentlichen Ordnung angeklagt.

Der 75 Jahre alte Bürgermeister war am Samstag bei einer Gedenkfeier angegriffen und verletzt worden. Die Täter hätten ihn mit Tritten und Schlägen traktiert, sagte Boutaris am Sonntag der Nachrichtenagentur ANA. „Es war eine verachtenswerte Attacke, aber es geht mir gut.“ Boutaris war nach dem Angriff am Samstagabend zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht worden, das er am Sonntag wieder verlassen konnte.

Angreifer attackierten Boutaris und bewarfen ihn mit Gegenständen

Der Bürgermeister der zweitgrößten griechischen Stadt hatte an einer Gedenkveranstaltung für Griechen teilgenommen, die bei Massakern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs und in den Nachtkriegsjahren ermordet wurden. Aufnahmen zeigen, wie Boutaris von Demonstranten attackiert und mit Gegenständen beworfen wurde. Der Bürgermeister stürzte zu Boden. Als Boutaris sich in seinen Dienstwagen rettete, versuchten einige Angreifer, die Scheiben des Autos zu zerstören.

Regierungschef Alexis Tsipras machte „rechtsextreme Schläger“ für die Tat verantwortlich. Die meisten Parteien verurteilten die Tat. Die Tochter des Parteichefs der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte, Ourania Michaloliakou, warf dem Bürgermeister hingegen vor, „anti-griechisch“ zu sein, und gratulierte den Angreifern.

Der Politikveteran Boutaris hatte in der Vergangenheit mit umstrittenen Äußerungen über Mazedonien oder die Türkei immer wieder den Zorn von Extremisten auf sich gezogen.