Nach Aus für Quantum Gardens in Ehningen Gemeinderat sorgt sich um Zukunft des Areals

So hätten die Quantum Gardens aussehen sollen. Foto: Hähnig

Das Bauprojekt Quantum Gardens liegt derzeit auf Eis, da der Investor mit Sanktionen des US-Finanzministeriums belegt wurde. Der Ehninger Bürgermeister erklärt sich im Gemeinderat zum aktuellen Stand.

Wie sehr ihm das Projekt Quantum Gardens am Herzen liegt, machte Ehningens Bürgermeister Lukas Rosengrün in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres deutlich: „Eine Nachnutzung der Fläche ist weiterhin strategisch wichtig für die Gemeinde Ehningen. Wir als Gemeindeverwaltung waren und sind immer daran interessiert, die bestmögliche Lösung für Ehningen zu erzielen.“

 

Das von der Gemeinde und besonders vom Bürgermeister mit viel Elan unterstützte Projekt „Quantum Gardens“ aber liegt nach der Sanktionierung des afghanischen Investors durch die US-Regierung auf Eis. „Aufgrund der Art und Schwere der Vorwürfe gegen Herrn Rahmani ist eine weitere Zusammenarbeit in der jetzigen Konstellation nicht vorstellbar“, erklärte Rosengrün. Stellte aber zugleich klar, dass der Gemeinde kein finanzieller Schaden entstanden sei. Verpflichtungen gegenüber Rahmanis Ozean Group bestünden keine.

Sorgen um die Zukunft des Areals

Mit dem vorerst gescheiterten Projekt zu Schaffung eines innovativen urbanen Gebietes auf dem ehemaligen IBM-Areal, das Ehningen als Standort für Zukunftstechnologie etablieren und zugleich im Landkreis Böblingen dringend benötigten Wohnraum schaffen soll, beschäftigten sich in ihren Haushaltsreden auch die Gemeinderatsfraktionen. „Vor der ungewissen Zukunft, was in dem gesamten Bereich passieren wird, ist es umso überraschender, dass dieses Gremium mehrheitlich eine Bürgerbeteiligung zur künftigen Nutzung des ehemaligen IBM-Areals aus formellen Gründen abgewiesen hat“, sagte Manuel Benda. „Wir werden uns in einer der nächsten Sitzungen nochmals mit dem Thema beschäftigen, und ich hoffe nun, dass wir geschlossen für die Ehninger Bevölkerung und mit der Ehninger Bevölkerung einen Neustart beschließen“, unterstrich der CDU-Fraktionsvorsitzende, dass Quantum Gardens weiterhin viele Menschen in Ehningen bewegt. Zu diskutieren und abzustimmen sein wird außerdem über einen Antrag von ihm und einigen Mitstreitern auch aus den Reihen der Freien Wähler, die bisherigen Aufstellungsbeschlüsse in Bezug auf Quantum Gardens für nichtig zu erklären. Generelle Sorgen um den IBM-Standort artikulierte vor dem Hintergrund des Geschehens Mark Baldinus. „Der schlimmste Fall für Ehningen wäre, dass IBM in dem ganzen Trubel mit der Insolvenz des Projektentwicklers für ihren Neubau sowie der Belegung ihres aktuellen Vermieters mit US-Sanktionen, das Interesse am Standort Ehningen verlieren würde“, so der SPD-Mann. Wichtig sei es deshalb jetzt, den bisher Beteiligten wie Fraunhofer, IBM und gegebenenfalls auch potenziellen neuen Investoren gegenüber verlässlich zu signalisieren, „dass wir an einer hochwertigen Nutzung, die einen Mehrwert für Ehningen und die Ehninger Bürger bringt, weiterhin hoch interessiert sind.“

Das durch einige Erkrankungen dezimierte Gremium verabschiedete den Haushalt 2024 dennoch einstimmig. Erträgen von 30,2 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 32,8 Millionen Euro gegenüber. Eine Kreditaufnahme ist trotz des Defizits dank gut gefülltem Sparstrumpf nicht geplant.

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