Nach Böhmermanns Kritik an Homöopathie Globuli-Anbieter Hevert wird online verhöhnt

Von sah 

Nachdem Satiriker Jan Böhmermann das Homöopathie-Unternehmen Hevert aufs Korn nahm, tut es ihm die Netzgemeinde gleich. Zeitweise fand man den Anbieter von Globuli und Co. bei Google Maps unter einer anderen, etwas süßeren Bezeichnungen gelistet.

Jan Böhmermann hatte es in seiner Show auf die Homöopathie-Firma Hevert abgesehen. Foto: dpa
Jan Böhmermann hatte es in seiner Show auf die Homöopathie-Firma Hevert abgesehen. Foto: dpa

Stuttgart - Mit den Fans von Satiriker Jan Böhmermann sollte man sich besser nicht anlegen. Am vergangenen Donnerstagabend nahm Böhmermann in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ die Homöopathie aufs Korn. Insbesondere das Unternehmen Hevert, ein Anbieter von Globuli und anderen homöopathischen Arzneimitteln, bekam dabei sein Fett weg. Im Internet wurde die Stichelei weitergeführt.

Einiger Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter machten sich einen Spaß daraus, die Google-Maps-Einträge der Hevert-Niederlassungen in Rheinland-Pfalz und Berlin zu manipulieren. Seit der Ausstrahlung des „Neo Magazins“ gingen dort etliche, größtenteils schlechte, Bewertungen ein. In den Kommentaren liest man zudem eine Vielzahl ironischer Äußerungen. „Ich bevorzuge M&M. Da gibt es mehr Farben“, schrieb ein Nutzer. „Es sind leider meistens nur genug Globuli drin für maximal drei Tassen Kaffee, ich steige wieder auf herkömmlichen Zucker um das ist einfach praktischer“, kommentierte ein anderer User.

Geschäftsbezeichnung kurzzeitig geändert

Einige äußerten auch Kritik: „Die Firmenleitung sollte dringen ihr Vorgehen überdenken und stark zurückrudern“. Die Frage, ob die Wirkung der homöopathischen Mittel über den Placebo-Effekt hinausginge, fand man zudem besonders oft. Auf der Facebook-Seite von Hevert hagelte es ebenfalls negative Kommentare.

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Auf Google Maps schafften es die Unbekannten die Geschäftsbezeichnung von Hevert kurzzeitig von „Pharmaunternehmen“ zu „Süßwarengroßhändler“ zu ändern.

Außerdem schlugen die Nutzer die Geschäftsbezeichnungen „Zuckerfabrik“, „Saftbar“ oder „Karnevalsverein“ vor.

Auf Anfrage unserer Zeitung teilte Google mit, dass die Reviews sowie die Geschäftsbezeichnung mittlerweile bereinigt wurden. „Unser Ziel ist es, unsere Dienste so akkurat wie möglich zu gestalten, weswegen wir Nutzern die Möglichkeit geben, Informationen zu einem Ort, wie Name, Adresse, Position der Markierung oder Öffnungszeiten, hinzuzufügen oder Änderungen vorzuschlagen“, teilte Lena Heuermann, Pressesprecherin von Google Deutschland, mit. Die Änderungen unterlägen allerdings „Richtlinien, an die sich die Nutzer halten müssen“, so Heuermann. In jenen Richtlinien heißt es unter anderem, dass sich Google das Recht vorbehält, von Nutzern veröffentlichte Beiträge und Unternehmenskategorien zu deaktivieren.

Mittlerweile werden jedenfalls alle Hevert-Standorte wieder als „Pharmaunternehmen“ gelistet. Die scherzhaften Kommentare sind allerdings weiterhin sichtbar und werden immer mehr (Stand: 17. Juni 2019, 14 Uhr).

Böhmermann reagierte auf Unterlassungserklärung

Hintergrund für Böhmermanns Rundumschlag auf das Homöopathie-Unternehmen war eine Unterlassungsklage, welche Hevert gegen die Ärztin und Journalistin Natalie Grams richtete. Grund dafür war Grams Aussage, Homöopathie wirke „nicht über den Placebo-Effekt hinaus“ in einem Zeitungsinterview. Für jede weitere Äußerung in diese Richtung solle die Journalistin 5100 Euro an Hevert zahlen, hieß es in der Unterlassungsklage.