Wegen des Brands im Engelbergtunnel bei Leonberg am Dienstagnachmittag bleibt die A 81 noch Wochen gesperrt. Umleitungen wurden eingerichtet – einige bahnen sich aber auch andere Wege.
Nach dem verheerenden Lkw-Brand im Engelbergtunnel vom Dienstagnachmittag hat die Stadt Leonberg noch in der Nacht damit begonnen, Umleitungen auszuschildern. Dabei wurden laut der Verwaltungs-Pressesprecherin Leila Fendrich innerorts Schilder angebracht. Darauf steht die konkrete Anweisung an Verkehrsteilnehmer, das Navigationsgerät abzuschalten und der ausgeschilderten Umleitung zu folgen.
Die Weströhre des Engelbergtunnels ist beim Brand des mit Kühlschränken beladenen Sattelzug-Aufliegers schwer beschädigt worden. Sie wird wohl mehrere Wochen nicht passierbar sein, weil die Tunneltechnik sowie die Brandmeldeanlage in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch die Betonverschalung der Tunneldecke hat Schaden genommen.
Nach Brand im Engelbergtunnel: Diese Umleitungen sind eingerichtet
Durch die Weströhre floss bis zum verhängnisvollen Feuer zum einen der Verkehr auf der A 81 in Richtung Dreieck Leonberg. Zum anderen führte, während die Sanierungsarbeiten in der Oströhre weitergingen, in der Weströhre eine temporäre Spur in Richtung Heilbronn.
Die Oströhre des Engelbergtunnels in Fahrtrichtung Heilbronn wurde am Mittwochmorgen um 5.40 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben. Es stehen hier zwei Fahrspuren zur Verfügung. Damit ist die Durchfahrt aus Richtung München kommend wieder möglich. Die Überleitung von Karlsruhe kommend bleibt hingegen gesperrt. Der Verkehr wird über die Anschlussstelle Leonberg-Ost in die Oströhre Richtung Heilbronn umgeleitet.
Das empfiehlt der ADAC jetzt den Autofahrern
Wie der Automobilclub ADAC mitteilt, soll der überregionale Verkehr den Engelbergtunnel weiträumig umfahren und dazu über die A 6 auf die A 5 oder A 7 in Richtung Süden ausweichen. Für den örtlichen Verkehr stelle die Region um den Engelbergtunnel zurzeit ein echtes Nadelöhr dar. „Hier gilt es, die Stoßzeiten und vor allem den Berufsverkehr zu meiden. Wer die Möglichkeit hat, sollte auf Homeoffice und unter Umständen öffentliche Verkehrsmittel ausweichen“, so der ADAC.
Allerdings bannt das wohl kaum das Verkehrschaos vor Ort. Während des Einsatzes am Dienstagnachmittag und -abend leuchteten die Stauanzeigen gängiger Onlinedienste bereits tiefrot. Und auch am Mittwoch hielt die Verkehrsbelastung besonders für Leonberg und andere umliegende Orte weiterhin an. Das wird sich, angesichts der wohl länger gesperrten Weströhre, auch erst einmal nicht ändern.
Stau in Höfingen: Nicht nur Busse haben es schwer. Foto: Simon Granville
Besonders im Berufsverkehr am Mittwochmorgen schienen viele Landes- und Kreisstraßen zwischen den beiden Autobahnachsen A 81 und A 8 überlastet gewesen zu sein. Verkehrsteilnehmer suchten sich angesichts der Sperrungen und Staus alternative Wege über vermeintlich freie alternative Routen.
Auswirkung vom Brand im Tunnel: In kleinen Ortschaften stecken Lkw im Stau
Zeugen berichten etwa von donnerndem Verkehr in den Leonberger Ortsteilen Gebersheim und Höfingen, hier war den gesamten Tag über auch Schwerlasttransport unterwegs – obwohl in beiden Gemeinden eigentlich ein Lkw-Durchfahrverbot gilt. „Wenn die Stadt ihre finanziellen Sorgen ein für alle Mal loswerden möchte, sollte sie jetzt das Durchfahrverbot durch Höfingen und Gebersheim kontrollieren“, scherzte am Mittwochvormittag ein Mitglied in einer lokalen Facebook-Gruppe. Groß ist die Aufregung dort aber nicht: Schließlich würden diese Laster ja auch die Waren in den Supermarkt fahren, kommentieren einige.
Im Ortskern von Höfingen stockte der Verkehr auch am Mittag noch in engen Kurven, Busse standen sich gegenüber und kamen nicht voran. Auch rund um die Autobahnausfahrt in Ditzingen zeigten Staukarten im Laufe des Vormittags immer wieder Stockungen. Klar ist: Solange die Sperrung anhält, wird die Verkehrsbelastung auf den umliegenden Straßen hoch bleiben. Denn der Engelbergtunnel ist einer der verkehrsreichsten Autobahnabschnitte in Baden-Württemberg.