Nach dem Aus der Rockfabrik Rofa-DJs finden auch im Scala neues Zuhause

Von Michael Bosch 

Nun ist das Ende der Kult-Discothek in Ludwigsburg besiegelt. In den sozialen Netzwerken verabschieden sich Mitarbeiter und Fans von der Location. Ein Veranstalter in Ludwigsburg will den Rofa-Gängern einen neuen Treffpunkt bieten.

Neuer Treffpunkt für Rofa-Gänger? Das Scala in Ludwigsburg Foto: factum/Andreas Weise 20 Bilder
Neuer Treffpunkt für Rofa-Gänger? Das Scala in Ludwigsburg Foto: factum/Andreas Weise

Ludwigsburg - Nun ist er also gefallen, der letzte Vorhang für die Rockfabrik in Ludwigsburg. Nach der wilden Feier in der Silvesternacht herrschte tags drauf – und wohl noch immer – bei vielen Fans und auch bei den Verantwortlichen Katerstimmung. Am Alkohol allein dürfte das nicht liegen, eher daran, dass es keine weiteren Partys oder Konzerte in der ehemaligen Kühlschrankfabrik in der Ludwigsburger Weststadt geben wird.

Aus unserem Plus-Angebot: Das war die letzte Party in der Rockfabrik

In den sozialen Netzwerken kursieren Bilder von trauertragenden Metalfans. Ein Fan in Kutte sitzt vor einer Reihe Grabkerzen, die Fans vor der Rofa hinterlassen haben. Jemand hat einen Kranz aufgehängt, andere haben Kreuze aufgestellt. Im Netz teilen Fans der Institution ihre Erinnerungen, auch ihrer Wut über das Ende machen viele Luft. Am Tag des Abschieds war eine Todesanzeige auf einer der zahlreichen Fan-Seiten auf Facebook aufgetaucht. Darin bedanken sich die Verfasser für die Unterstützung in den vergangenen Monaten, verabschiedeten sich von den zahlreichen Mitarbeitern, den Geschäftsführern und auch den DJs. Wobei es von diesen auch weiterhin etwas auf die Ohren geben wird. Zumindest ein kleiner Trost für die Rockfans.

Partyreihe und Festival im November

Die beiden DJs Eddy Freiberger und Patrick Mittag legen künftig nicht nur im Waldhaus, sondern auch im Scala auf. Dort wird die Partyreihe mit Musik aus den 70ern, 80ern, 90ern und den 2000ern weiter bestehen.

„Wir wollten als Ludwigsburger schauen, dass es für die Leute, die in die Rofa gegangen sind, weiterhin einen Treffpunkt gibt“, sagt der Veranstalter Andreas Rothacker. Die Idee sei schon im Sommer gediehen, als Eddy Freiberger für sein Heat Festival, das bislang immer in der Rockfabrik stattfand, eine neue Location suchte. Die Umstände zwangen ihn dazu. „Damals haben wir gesagt: Wenn’s wirklich nicht weiter geht, dann machen wir im Scala weiter“, sagt Rothacker. Auch für das Heat Festival gibt es bereits einen Termin. Es findet am letzten Novemberwochenende statt.

Freiberger spielt auch im Four Runners Club

Rothacker hat durchaus mit einkalkuliert, dass die Verbindung der DJs zur Rockfabrik Publikum anziehen könnte. Das allein sei aber nicht der Grund, die Partyreihe ins Scala zu holen. „Mir gefällt die Idee, nur Musik aus einem Jahrzehnt zu spielen“, sagt der Veranstalter. Und: „Die Partys waren ja immer gut besucht.“

Zumal auch die DJs daran interessiert sein dürften, irgendwo weiter zu machen. Freiberger zum Beispiel legt hauptberuflich Platten auf. Das Scala ist übrigens nicht die einzige Location, die sich DJ Eddys Dienste gesichert hat. Auch im Four Runners Club in Asperg bedient er Ende Januar erstmals die Regler des Mischpults.