Nach dem Aus von Trainer David Wagner Warum beim FC Schalke alles schief läuft

David Wagner ist nicht mehr Trainer des FC Schalke Foto: AP/Martin Meissner

David Wagner ist weg – die Probleme bleiben. Der FC Schalke 04 ist unabhängig von der Trainerposition an einem Tiefpunkt seiner Vereinsgeschichte angekommen, kommentiert unser Sportredakteur Marco Seliger.

Sport: Marco Seliger (sem)

Stuttgart/Gelsenkirchen - Jetzt also doch: David Wagner ist Geschichte beim FC Schalke 04. Kein Trainer wurde jemals in 58 Jahren Bundesliga so früh entlassen – und dennoch gibt es Stimmen, die behaupten, dass die Trennung vom Coach nach zwei Spieltagen zu spät kam. Weil Wagner für die desaströse Rückrunde in der vergangenen Saison verantwortlich war. Und weil der Schnitt also schon nach dem Saisonende hätte kommen müssen. Über diese Ansichten lässt es sich streiten, und hinterher ist der Mensch ja bekanntlich immer schlauer – übergeordnet betrachtet aber steht dieser so große und stolze Traditionsclub unabhängig von Wagner mehr denn je vor einem Trümmerhaufen.

 

Wer auch immer nun der neue Schalker Trainer sein wird – um seinen guten Ruf sollte er sich eher nicht fürchten. Denn die Chance, beim taumelnden Revierclub etwas seriös und langfristig aufzubauen, geht aktuell gegen Null.

Die Finanznöte verkomplizieren die Aufgabe des Sportvorstands Jochen Schneider, der aufgrund des miserabel zusammengestellten Kaders wie der Technische Direktor Michael Reschke selbst in der Kritik steht, und des neuen Trainers. Fakt ist: Aufgrund der knappen Kassen gibt es kaum Geld für Neuzugänge. Und noch immer steht Schalke nach dem Rücktritt des umstrittenen Aufsichtsratschefs Clemens Tönnies, nach Landesbürgschaften in der Corona-Krise und dem Schwebezustand bei der Ausgliederung der Profiabteilung vor einem Scherbenhaufen, und das nicht nur imagemäßig. Oder anders: Der FC Schalke ist im Herbst 2020 an einem Tiefpunkt seiner Vereinsgeschichte angekommen.

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