Nach dem Blutbad in Las Vegas Der Ruck bleibt aus

Nach dem Blutbad in Las Vegas wird wieder über Waffenbesitz in den USA diskutiert. Foto: AP
Nach dem Blutbad in Las Vegas wird wieder über Waffenbesitz in den USA diskutiert. Foto: AP

Nach dem Massaker in Las Vegas wird das Waffenrecht in den USA wieder diskutiert. Waffenbesitz sehen viele Amerikaner als Grundrecht – daran wird sich wohl nichts ändern, kommentiert Thomas Seibert.

Washington - Muss man in den USA beim Besuch eines Einkaufszentrums oder eines Konzerts damit rechnen, erschossen zu werden? Diese Frage wird nach dem fürchterlichen Wochenende von Las Vegas in amerikanischen Internetforen diskutiert. Die ernüchternde Antwort lautet: Ja.

In einem Land, in dem man sich ganz legal und ungestört mehr als 50 Sturmgewehre und Pistolen sowie Tausende Schuss Munition kaufen kann, wie es der Todesschütze von Las Vegas getan hat, muss man auf alles gefasst sein. Ob sich daran unter dem Schock der Ereignisse in der Spielerstadt in Nevada etwas ändern wird, ist unwahrscheinlich.

Die Waffenlobby zahlte im Wahlkampf 50 Millionen Dollar an Kandidaten

Die Amerikaner geben jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar für neue Waffen aus, und die Waffenlobby zahlte im Wahlkampf des vergangenen Jahres mehr als 50 Millionen Dollar an Kandidaten, die eine Veränderung der Waffengesetze ablehnen. Solange sich daran nichts ändert und solange viele Amerikaner den weit verbreiteten Waffenbesitz als Grundrecht – statt als Gefahr – sehen, bleibt alles, wie es ist.

Zwar hätten die Wähler es in der Hand, die Politiker zu einer anderen Linie zu bewegen und den Einfluss der Waffenindustrie zu begrenzen, aber zumindest bis jetzt gibt es keine Hinweise darauf, dass ein Ruck durchs Land geht und die Amerikaner eine solche Veränderung fordern.




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