Nach dem Fischsterben in Stuttgart Stadt: Max-Eyth-See wird besser überwacht

Von Thomas Braun 

Die Rathausspitze will am Max-Eyth-See ein Frühwarnsystem installieren und Belüftungsanlagen einrichten, um die Gefahr eines Fischsterbens wie Anfang September zu minimieren. Ganz ausgeschlossen werden kann eine Wiederholung der Umweltkatastrophe aber nicht.

Solche Bilder sollen sich am Max-Eyth-See möglichst nicht wiederholen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Solche Bilder sollen sich am Max-Eyth-See möglichst nicht wiederholen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Die Rathausspitze will die Wasserqualität im Max-Eyth-See durch eine Reihe von Maßnahmen verbessern. Gleichwohl können die zuständigen Bürgermeister Peter Pätzold (Grüne) und Dirk Thürnau (SPD) eine Wiederholung des großen Fischsterbens vor wenigen Wochen nicht ausschließen. Beide stellten am Freitag in der ersten Sitzung des neuen Klima- und Umweltausschusses die Planungen für eine bessere Versorgung des Sees mit Sauerstoff vor.

Anfang September war der relativ flache See aufgrund der Sommerhitze und dem damit verbundenen Absterben von Wasserpflanzen und der Bildung giftiger Blaualgen innerhalb von 24 Stunden umgekippt. Die Folge: 50 000 Fische verendeten. Der May-Eyth-See verfügt weder über eine natürliche Wasserzufuhr noch über einen Ablauf – der See ist vom Neckar abgetrennt. Das erschwert die Versorgung des Gewässers mit Sauerstoff bei extremen Wettersituationen.

650 000 Euro für Messgeräte und Belüftungsanlagen werden im Etat veranschlagt

Künftig sollen bei extremer Trockenheit statt bisher maximal 40 Liter Grundwasser pro Sekunden bis zu 200 Liter pro Sekunde in den See gepumpt werden. Vorgesehen sind zudem die Installation dreier Belüftungsanlagen sowie eine Wasserableitung in den Neckar. Zudem werden Messgeräte aufgestellt, die den Sauerstoffgehalt des Wassers kontinuierlich überprüfen. Dafür will Technikbürgermeister Thürnau nachträglich rund 650 000 Euro in den aktuellen Doppelhaushalt einstellen lassen.

Ein Ausbaggern des Seeschlamms wird auch wegen der zu erwartenden hohen Kosten von mindestens 10 Millionen Euro nicht in Erwägung gezogen, ebenso wenig wie die Öffnung des Sees zum Neckar: Die Schadstoffe aus dem Fluss würden die Wasserqualität des Sees eher verschlechtern, so die Begründung. Auch der Fischbestand muss nach Angaben von Jürgen Mutz, Abteilungsleiter im Tiefbauamt. möglicherweise den Bedingungen im See angepasst, also verringert werden.

Bürgermeister: Umkippen des Sees auch in Zukunft nicht völlig auszuschließen

„Trotz aller Bemühungen werden wir solche Worst-Case-Szenarios auch künftig nicht völlig ausschließen können“, so Umweltbürgermeister Pätzold. Man sei aber mit den geplanten Maßnahmen künftig besser gerüstet, falls der Sauerstoffgehalt des Wasser abrupt sinke. Die Bürgermeister gelobten zugleich Besserung bei der Kommunikation mit dem Bezirksrathaus Mühlhausen und dem örtlichen Anglerverein. Laut Thürnau soll ein Runder Tisch eingerichtet und mit den verschiedenen Nutzern des Sees (Angler, Naherholungssuchende) über weitere Optionen diskutiert werden.

Die jetzt auf den Weg gebrachten technischen Verbesserungen sollen zudem bald im Bezirksbeirat in Mühlhausen vorgestellt werden. „Eine hundertprozentige Sicherheit für den See gibt es aber nicht“, betonte allerdings auch Thürnau.

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