Der Berliner Pannenflughafen BER braucht einen neuen Chef. Hartmut Mehdorn gibt auf – und kommt damit doch nur einem Rauswurf zuvor, kommentiert Thomas Wüpper.

Korrespondenten: Thomas Wüpper (wüp)

Berlin - Der vorzeitige Abgang von Flughafenchef Hartmut Mehdorn ist ein weiteres peinliches Kapitel bei dem Skandalprojekt, das Deutschland in aller Welt blamiert. Auch unter dem früheren Bahnchef riss die Serie schlechter Nachrichten nicht ab, der vermeintliche Retter wurde selbst zum Problemfall. Mehdorns Bilanz als Sanierer fällt dürftig aus. Deshalb ist es richtig und nachvollziehbar, dass der Aufsichtsrat seinen Vertrag nicht verlängern wollte und sich nach Nachfolgern umschaute. Unanständig allerdings ist es, dabei nicht ein Mindestmaß an Vertraulichkeit zu wahren. So konnte Mehdorn in Zeitungen nachlesen, dass die Bundesregierung bereits per Headhunter einen Nachfolger suche und wer als Favorit gilt. Das zeigt, wie zerrüttet das Verhältnis ist.

Kein Wunder, dass dem Energiebündel Mehdorn der Kragen platzte und er hinwirft. Das erschwert die Lage für die Flughafen-Strategen beim Bund und den beiden Ländern Berlin und Brandenburg. Es könnte noch schwieriger werden als beim letzten Mal, einen Mann für das Himmelfahrtskommando BER zu finden. Schon Mehdorn galt nur als Notnagel. Man kann nur hoffen, dass sich ein fähiger Nachfolger findet. Jeder Tag Verzug beim Bau des BER kostet die Steuerzahler viel, viel Geld. Es liegt im nationalen Interesse, das Projekt endlich zum Abschluss zu bringen.