Am Ende gab die Cannstatter Kurve die Richtung vor, wie so oft. Nach den Jubelstürmen auf dem Platz und den Freudenschreien von Trainer Sebastian Hoeneß nach dem 1:0-Sieg über RB Leipzig wies ein inzwischen fast zur Tradition gewordenes Liedgut aus dem Stehblock den Weg in die nächsten Tage. „Nach all der Sch… geht’s auf die Reise, Stuttgart international“, hallte es am Sonntagabend aus der Kurve, als die abgekämpften VfB-Profis diese schon wieder in Richtung Kabine verließen.
Klar, alle Weiß-Roten, ob unten auf dem Platz oder auf den Rängen, hatten nach dem Schlusspfiff am Sonntagabend längst das Rückspiel im Achtelfinale der Europa League beim FC Porto im Sinn. Das muss sie wohl sein, die sogenannte Crunch Time, also frei übersetzt die entscheidende Phase einer Saison, wenn nach einem so wichtigen Erfolg in der Bundesliga gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze sofort das nächste Spiel im Fokus steht.
Denn klar ist: Die Partie in Porto hat eine Strahlkraft, die über jener aus dem Leipzig-Spiel thront. Denn sollte die Elf von Sebastian Hoeneß nach dem 1:2 im Hinspiel gegen das internationale Schwergewicht aus der portugiesischen Hafenstadt noch eine Runde weiterkommen und damit die Festung namens Estadio Dragao stürmen, wäre das nicht nur ein riesiges Ausrufezeichen auf der internationalen Bühne – es wäre einer der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte des VfB.
Der Auftritt am Sonntagabend dürfte den Weiß-Roten dabei einiges an Selbstvertrauen mitgeben auf der Reise nach Porto. Denn wie das Hoeneß-Team gegen die Spitzenmannschaft aus Leipzig nach dem kraftraubenden Hinspiel gegen Porto drei Tage vorher nicht nur im Kollektiv dagegenhielt, sondern das Spiel in der zweiten Hälfte mit Vehemenz auf seine Seite zog, beeindruckte.
Mit dieser Geschlossenheit und der Kraft der Emotionen vom Sonntag ist auch in Porto ein Sieg drin. Zumal Deniz Undav weiter trifft, wie er will. Auch wenn der FC Porto nach dem Hinspielsieg von Stuttgart in der Favoritenrolle ist – dem VfB ist mit dieser Wucht und dem Zusammenhalt eine Überraschung und damit ein Weiterkommen zuzutrauen.