Nach der OB-Wahl in Schorndorf Warum das Ergebnis die Stimmung in der Stadt widerspiegelt

Große Erleichterung bei Bernd Hornikel am Ende der Auszählung: Er hat es geschafft und ist neuer Oberbürgermeister in Schorndorf. Foto: Gottfried Stoppel/Gottfried Stoppel

Der Wahlsieg von Bernd Hornikel zeigt auch, dass kein Kandidat der OB-Wahl in Schorndorf von sich überzeugen konnte, meint Redakteurin Isabelle Butschek.

Schorndorf - Es war bis zur Auszählung des allerletzten Wahlbezirkes eine echte Zitterpartie. Denkbar knapp ist Bernd Hornikel zum neuen Oberbürgermeister von Schorndorf gewählt worden. Alles andere als weit abgeschlagen ist auch der Drittplatzierte Andreas Schneider mit 24 Prozent.

 

Aus dem Wahlergebnis spricht eine gewisse Ratlosigkeit

Das Ergebnis und vor allem die mit 41 Prozent eher niedrige Wahlbeteiligung spiegeln damit in gewisser Weise die Stimmung in der Stadt wider. Einen klaren Favoriten, der die breite Masse überzeugen konnte, den hat es bei dieser OB-Wahl nicht gegeben. Vielmehr war in Gesprächen mit Schorndorfern oft eine gewisse Ratlosigkeit zu spüren, eine Unsicherheit darüber, wem man das Vertrauen schenken soll. Nicht wenige haben sich vielleicht deswegen dazu entschieden, lieber gar kein Kreuzchen zu machen.

Bernd Hornikel wird seine gewinnende Art weiterhin benötigen

Nun ist es also Bernd Hornikel geworden. Der erste Bewerber steht oben auf dem Siegertreppchen. Zu erwarten war dies zunächst nicht. Hornikel ist als Einzelkämpfer gestartet, ohne Partei im Rücken. Zudem war klar, dass er und Andreas Schneider ein ähnliches politisches Milieu ansprechen – und Markus Reiners hätte der lachende Dritte sein können. Aber so ein Wahlkampf hat seine eigene Dynamik. Und im Endspurt war durchaus zu spüren, dass Bernd Hornikel mit seiner ruhigen Art viele für sich einnehmen konnte, vielen sehr sympathisch war – abzulesen war dies unter anderem an der beeindruckend großen Unterstützerliste. Diese Fähigkeit wird der neue Rathauschef auch weiterhin brauchen. Um jene von sich zu überzeugen, die vom Ergebnis enttäuscht sind – und jene zu erreichen, die erst gar nicht zur Wahl gegangen sind.

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