Nach der Umfirmierung Der EADS-Rüstungssparte droht Personalabbau

Von Thomas Magenheim 

Nach der Neuordnung des Luft- und Raumfahrtkonzerns wird nicht nur der Name EADS gestrichen und in Airbus umgetauft, sondern es sind auch Einsparungen bei den deutschen Töchtern zu erwarten.

Bei der Raumfahrttochter Astrium sind die Bestellung im Halbjahr gesunken. Foto: dpa
Bei der Raumfahrttochter Astrium sind die Bestellung im Halbjahr gesunken. Foto: dpa

München - Die Namensänderung des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS geht einher mit einem fundamentalen Strategieschwenk. „Wir streben nicht mehr nach einer Balance zwischen Airbus und dem Militärgeschäft“, erklärte EADS-Chef Tom Enders nun, nachdem ihm vor Jahresfrist von der Politik eine Fusion im Wehrgeschäft mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems verboten worden war. Jetzt zieht er erste Konsequenzen daraus, denen bald weitere und für das Personal wohl unerfreuliche Schritte folgen werden.

Der Name EADS wird gestrichen, der Konzern heißt künftig wie der größte Bereich – Airbus (Passagierflugzeuge). Der Konzern wird in zwei Hälften geteilt, eine zivile und eine an öffentliche Auftraggeber gebundene militärische Hälfte. Der US-Konkurrent Boeing ist ähnlich aufgestellt; auch er nennt sich nach der tragenden zivilen Flugzeugsparte. Auch Boeing ist in Zivil- und Militärgeschäft gegliedert.

EADS-Halbjahresbilanz zeigt, wohin die Reise geht

Man kann die Neuordnung der künftigen Airbus-Gruppe aber auch mit anderen Überschriften versehen. Dann wird der Konzern unterteilt in einen vom französischen Toulouse aus gesteuerten Bereich (Passagierflugzeuge, Hubschrauber) und einen mit deutscher Zentrale in München. Dort sitzt künftig der Teilkonzern Airbus Defence & Space, das Dach für die bisherigen Sparten Rüstung (Cassidian), Raumfahrt (Astrium) und Militär-Airbus (A400M). Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nannte das ein gutes Signal und Vertrauensbeweis in die Leistungsfähigkeit deutscher Standorte. Ob er das Ende des Jahres auch noch so sieht, darf bezweifelt werden, unabhängig davon, wie die Bundestagswahl endet.

Denn Enders hat die Wachstumspläne für den militärischen Airbus-Teil begraben. Die neue Struktur sei gewählt worden, um dem veränderten Marktumfeld Rechnung zu tragen. Damit gemeint sind schrumpfende Wehretats vor allem im europäischen Heimatmarkt. Wenn der Euro und EU-Krisenstaaten gerettet werden müssen, ist eben kein Geld mehr für Rüstung oder Raumfahrt übrig. Beide Bereiche hängen existenziell am Tropf öffentlicher Auftraggeber.

Die EADS-Halbjahresbilanz zeigt, wohin die Reise geht. Auftragseingang Militär-Airbus minus 49 Prozent, Astrium minus 13 Prozent, Cassidian minus 27 Prozent. Diese drei Geschäfte stehen für rund ein Viertel des EADS-Umsatzes, aber nur für 219 Millionen Euro des 1,5 Milliarden Euro hohen Halbjahresgewinns 2013.