Nach der Wahl in Rutesheim So sind die Reaktionen nach Pokrops Stichwahl-Sieg
Tobias Pokrop triumphiert bei der Bürgermeisterwahl in Rutesheim und fühlt sich „wie auf Wolke sieben“. Was bedeutet sein Sieg für die Stadt und seine Konkurrentin?
Tobias Pokrop triumphiert bei der Bürgermeisterwahl in Rutesheim und fühlt sich „wie auf Wolke sieben“. Was bedeutet sein Sieg für die Stadt und seine Konkurrentin?
Nachdem der elfte und letzte Wahlbezirk ausgezählt war und das Endergebnis auf der Leinwand im großen Sitzungssaal des Rutesheimer Rathauses angezeigt wurde, fiel die ganze Anspannung der letzten Wochen vom Spitzenkandidaten Tobias Pokrop ab. Der Sieger der Bürgermeister-Stichwahl ballte die Fäuste und genoss den Beifall der etwa hundert Anwesenden.
Er hatte bei einer Wahlbeteiligung von 53,4 Prozent insgesamt 2553 Stimmen (56,3 Prozent) auf sich vereinen und damit seine Konkurrentin Bettina Beck (1979 Stimmen, 43,7 Prozent) dann doch deutlich hinter sich lassen können. Doch die Finanzdezernentin aus Ludwigsburg und frühere Leonberger Kämmerin hatte nach dem ersten Wahlgang am 8. Februar, in dem sie nur 30,8 Prozent bekommen hatte, noch einiges aufgeholt.
Auch Tobias Pokrop, der noch amtierende Bürgermeister von Riederich aus dem Kreis Reutlingen, wusste trotz seines komfortablen Vorsprungs von 49 Prozent in der ersten Runde, dass der verlängerte Wahlkampf und die Stichwahl kein Selbstläufer werden würden:„Die Gefahr bestand, dass viele nicht mehr wählen würden, und ich wusste auch nicht, wie sich die Stimmen des dritten Kandidaten Alexander Fischer verteilen würden.“ Der Stuttgarter hatte mit 19,9 Prozent ordentlich abgeschnitten, durfte aber nicht mehr beim Finale antreten. Und so waren sowohl Pokrop als auch Beck die vergangenen zwei Wochen intensiv in Rutesheim in eigener Sache unterwegs.
In seiner Rede hatte Tobias Pokrop, gesundheitlich und stimmlich dann doch etwas angeschlagen, versichert, dass er sich fühle „wie auf Wolke sieben“. Er freue sich auf seinen Dienstantritt am 1. April. Die Amtszeit der amtierenden Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Widmaier, die aus gesundheitlichen Gründen auf eine weitere Kandidatur verzichtet hatte, endet am 31. März.
Bis dahin wird Tobias Pokrop seine Geschäfte in Riederich weiterführen. „Es gibt noch einiges zu tun und ich möchte die laufenden Projekte sauber übergeben“, sagt der dreifache Familienvater. Mitte März werde seine nun bald vakante Stelle im Staatsanzeiger ausgeschrieben. Bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden wird, sind Prokops Stellvertreter in Riederich gefragt. Er selbst freue sich auf die Arbeit an seiner neuen Wirkungsstätte.
Bettina Beck war natürlich enttäuscht, dass sie das Rennen um die Verwaltungsspitze im Rutesheimer Rathaus nicht für sich entscheiden konnte. „Ich bin aus Überzeugung angetreten und habe für die Sache gebrannt.“ Dennoch freut sie sich, dass sie durch den persönlichen Austausch in den vergangenen zwei Wochen noch einige Stimmen für sich gewinnen konnte.
Was nimmt sie Positives aus dem Wahlkampf mit? „Es ist immer gut, mit den Menschen persönlich zu sprechen, dadurch erreicht man mehr als mit einem gedruckten Wahlprogramm.“ Jetzt freue sie sich wieder auf die Arbeit beim Landratsamt in Ludwigsburg. „Dort gibt es zahlreiche Themen, die bearbeitet werden müssen.“ Kann sie sich eine erneute Kandidatur als Bürgermeisterin in einer anderen Kommune vorstellen? „Nein, ich habe mich ganz bewusst nur in Rutesheim beworben.“
Die noch amtierende Bürgermeisterin Susanne Widmaier betonte, dass sie froh gewesen sei, dass sich drei gute Kandidaten für ihre Nachfolge beworben und einen engagierten und fairen Wahlkampf geführt hätten. „Diese Auswahl hat gezeigt, dass unsere Stadt interessant ist, und ich bin mir sicher, dass Rutesheim jetzt in guten Händen ist, weil Tobias Pokrop viel Erfahrung mitbringt.“ Dem künftigen Verwaltungschef biete sie „einen guten Übergang an, und es ist von großem Vorteil, dass der Erste Beigeordnete Martin Killinger mit seiner Erfahrung noch bis Ende des Jahres da ist.“
Harald Schaber, der erste stellvertretende Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Bürger Rutesheim (UBR), die ursprünglich Bettina Beck offiziell im Wahlkampf unterstützten, hatte nach der souveränen Führung Pokrops im ersten Wahlgang „ein bisschen mit seinem Sieg gerechnet, daher Glückwunsch auch im Namen unserer Fraktion, wir bieten ihm eine gute und konstruktive Zusammenarbeit an.“ Großen Respekt hat Schaber vor „dem aufwendigen und engagierten Wahlkampf aller drei Kandidaten. „Letztendlich lag Tobias Pokrop mit fast 13 Prozent dann deutlich vorne.“ Wolfgang Diehm, Fraktionschef der Bürgerlichen Wählervereinigung (BWV) und zweiter stellvertretender Bürgermeister, baut „auf eine weiterhin sachliche Arbeit im städtischen Gremium.“