Nach der Wahl zum Präsidenten des VfB Stuttgart Das sagt Claus Vogt über seinen ersten Tag als VfB-Chef

Von Dirk Preiß 

Der VfB Stuttgart hat einen neuen Präsidenten – und Claus Vogt gleich viel zu tun. So läuft sein erster Tag als Clubchef.

Überwältigt: Claus Vogt ist neuer Präsident des VfB Stuttgart. Foto: Baumann
Überwältigt: Claus Vogt ist neuer Präsident des VfB Stuttgart. Foto: Baumann

Stuttgart - Die Reihe der Gratulanten war lang – entsprechend dauerte es ein Weilchen, bis Claus Vogt am Sonntagabend in der Schleyerhalle einmal kurz durchatmen konnte. Und gleich danach stand auch schon das Programm für seinen ersten Tag als neuer Präsident des VfB Stuttgart im Fokus seiner Gedanken.

„Um elf Uhr ist Sitzung des Aufsichtsrats“, sagte der 50-jährige Unternehmer aus Waldenbuch und wusste bereits auch: „Danach geht’s zum Essen mit dem Aufsichtsrat.“ Am Abend folgt dann ein eigentlicher Pflichttermin für den Clubchef – von dem Claus Vogt aber noch nicht weiß, ob er ihn überhaupt wahrnehmen soll.

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Das Zweitligateam des VfB spielt am Montagabend bei Darmstadt 98 um Punkte – weil sich Vogt aber als „Präsident im Hintergrund“ verstehen will, ist er noch unsicher, ob er die Reise antreten soll. Schon einen Tag nach seiner Wahl soll schließlich das Team im Mittelpunkt stehen. In der Folge will Vogt so schnell wie möglich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der VfB-Geschäftsstelle kennenlernen. Ob da eigene Vertraute künftig dazu gehören?

Keine Versprechungen

Ein „großes Team“ habe ihn in den vergangenen Wochen unterstützt, sagt Vogt – und betont: „Ehrenamtlich.“ Auch habe er keine Versprechungen für „Positionen oder Posten“ gemacht, versicherte er nach seiner Wahl, einen entsprechenden Anspruch habe also niemand. Auch nicht Rainer Adrion. Den früheren Nachwuchscoach des VfB hatte Vogt immer mal wieder für einen Posten im Aufsichtsrat ins Gespräch gebracht, nun betonte der neue Clubchef aber: „Ich kann und will niemandem etwas versprechen.“ Mit Adrion müsse er erst noch einmal reden.

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Als erstes Projekt sieht der 50-Jährige die Gründung einer Fanabteilung. Die Anhänger will er stärker einbinden, wie das vonstatten gehen soll, sei allerdings noch unklar: „Da gibt es keine Blaupause.“ Klar ist dagegen, dass sich der neue Präsident zunächst einmal vollumfänglich in die Arbeit stürzen wird.

Erst einmal in Vollzeit im Amt

Der Vereinsbeirat hatte den Posten im Ehren- oder Nebenamt ausgeschrieben. „Ich werde es am Anfang Vollzeit machen“, sagte nun aber Vogt, der um die Größe der Herausforderung weiß. Wolf-Dietrich Erhard, der Vorsitzende des Vereinbeirats betonte derweil noch einmal die Ehrenamtlichkeit, sah aber auch eine „Verhandlungsbasis“ – auch in Bezug auf mögliche Bezüge des Präsidenten, der sich auf einem anderen Feld aber künftig wohl eher zurückhalten wird.

Im Rahmen der Bewerbung war er auch stark in den sozialen Medien aktiv. „Ich kann nicht versprechen, dass das so weiterläuft“, sagte er nun. Auch dies würde zu einem „Präsidenten im Hintergrund“ schließlich nicht passen. Ebenfalls abseits der großen Öffentlichkeit soll ein Treffen mit Mitbewerber Christian Riethmüller folgen. Das hatten beide bereits vor der Entscheidung vereinbart.