Nach Einsturz 2023 Bald weniger Lärm an der S-Bahn in Maichingen

An der S-Bahn Strecke Böblingen – Renningen gab im November 2023 im Bereich Maichingen ein Teilstück der Lärmschutzwand nach und stürzte ein. Das THW trug darauf hin zur Sicherung Teile der Lärmschutzwand ab. Foto: THW Ortsverband Böblingen

Gut drei Jahre nach dem Einsturz eines Teils der Lärmschutzwand an der S-Bahn in Maichingen will die Bahn jetzt tätig werden. Warum erst jetzt?

Böblingen: Julia Theermann (the)

Ein Stück der Lärmschutzwand war im November 2023 eingestürzt, direkt an der S-Bahnstrecke zwischen Böblingen und Renningen im Sindelfinger Stadtteil Maichingen. Es goss in Strömen, als Feuerwehr und Technisches Hilfswerk alarmiert wurden.

 

Verletzt wurde damals niemand. Jetzt, bald drei Jahre später, hat die Deutsche Bahn einen Zeitplan vorgelegt, wann sie die Wand reparieren will. Erst einmal soll ein Provisorium den Lärm der Bahnstrecke von den Anwohnern fernhalten. Bekannt wurde nun auch, wann die Sanierung losgeht und warum es so lange gedauert hat.

Porsche-Pendler, Schüler und Arbeitnehmer in anderen Städten fahren mit der S60 täglich vorbei an der eingestürzten Gabionen-Wand. Das wirft Fragen auf, warum an dieser Stelle nichts passiert. Zudem leiden die Anwohner unter der erhöhten Lärmbelästigung. „Aus der Bürgerschaft gingen vereinzelt Anfragen ein“, sagt der Sindelfinger Stadtsprecher Michael Botsch. Die allerdings konnte er nicht befriedigen: Für die Wiederherstellung der Lärmschutzwand ist Sindelfingen nicht zuständig. Die Deutsche Bahn muss sich darum kümmern, weil das Bauwerk in ihrem Besitz ist. Die Stadt habe auf die Anfragen aus der Bürgerschaft jeweils aufgrund des aktuellen Kenntnisstands geantwortet, sagt Botsch. Der hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verändert. Grund dafür ist wohl auch das Eingreifen von Oberbürgermeister Markus Kleemann (CDU).

Mobile Lärmschutzwand soll 2026 kommen

„Die Stadt Sindelfingen hat sich wiederholt und mit Nachdruck bei der Deutschen Bahn für eine zügige Lösung eingesetzt und auf die Dringlichkeit hingewiesen“, so Botsch. Mehrere Kontaktversuche seien zunächst ohne Antwort geblieben. Im Dezember habe Kleemann sich dann schließlich noch mal direkt an die Deutsche Bahn sowie an den Landesverkehrsminister Winfried Hermann gewandt.

Das Drängen hat offenbar Erfolg gehabt. Vor ein paar Monaten, im Februar, hat die Bahn zugesagt, die Mauer noch in diesem Frühjahr provisorisch auszubessern. Ein mobiles Schallschutzsystem soll zunächst die Anwohner entlasten, gibt die Stadt die Antwort der Bahn wieder. „Der genaue Baubeginn für die Interimslösung ist der Stadtverwaltung bislang nicht bekannt“, schränkt Botsch allerdings ein.

Deutsche Bahn erklärt lange Wartezeiten

Voraussichtlich ab Mai 2027 soll dann eine dauerhafte Lösung für die zerstörte Lärmschutzmauer her. Aber warum hat das alles jetzt so lange gedauert? Da könne sich die Stadt auch nur auf die Angaben der Bahn verlassen, sagt Sindelfingens Sprecher Botsch. „Die Deutsche Bahn hat gegenüber der Stadtverwaltung als Gründe für die langen Zeiträume insbesondere notwendige Vergabeverfahren sowie damit verbundene Fristen angeführt“, sagt er. Zudem seien alternative Bauweisen und Materialien geprüft worden, um Schäden wie den in Maichingen künftig zu vermeiden.

Die Bahn sei der Ansicht, Porosität und Erosion hätten zusammen mit der Witterung zu dem Einsturz geführt, so der Stadtsprecher. Die Bahn selbst äußert sich dazu unserer Zeitung gegenüber nicht, für eine Antwort gesetzte Fristen lässt sie verstreichen. Und auch sonst: keine Auskunft. Auch nicht zur Höhe des Schadens durch den teilweisen Einsturz der Mauer. Und auch die Stadt äußert sich nicht – da das Bauwerk Eigentum der Bahn sei.

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