Nach EM-Silber Kein Gold für deutsche Handballer – aber glänzende Perspektiven

Die deutschen Handballer haben Schwerstarbeit verrichtet – aber die Dänen und Mathias Gidsel nicht stoppen können. Foto: IMAGO/Eibner

Das deutsche Nationalteam wird Vize-Europameister – und hat nach Meinung unseres Autors Jochen Klingovsky so viel Entwicklungspotenzial, dass die Perspektive glänzend ist.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Was für eine Leistung! Die deutschen Handballer haben zwar das EM-Finale gegen Weltmeister, Olympiasieger und Gastgeber Dänemark verloren, aber Silber gewonnen. Damit war nach der Niederlage gegen Serbien und dem drohenden Vorrunden-Aus zwischendurch nicht zu rechnen, doch am Ende zeigte die deutsche Mannschaft, die sich von Spiel zu Spiel steigerte, was mit dem besten Torwart des Turniers (Andreas Wolff), einer herausragenden Abwehr und einer Offensive, in der es dank des breiten Kaders enorm viele wurfstarke Alternativen gibt, möglich ist: fast alles!

 

Nach Rang zwei bei dieser superharten EM gibt es keine Zweifel mehr daran, dass die deutschen Handballer, die ja zudem 2024 Olympia-Silber holten, derzeit zu den besten drei Teams der Welt gehören. Das ist auch ein Verdienst von Alfred Gislason.

Bundestrainer Alfred Gislason. Foto: IMAGO/Eibner

Der Bundestrainer hat ein beeindruckendes Kollektiv geformt, das auf und neben dem Feld funktioniert, er stärkte die Führungsspieler und baute zugleich sechs U-21-Weltmeister von 2023 in seinen Kader ein. Was zur wohl wichtigsten Erkenntnis führt: Deutschland ist nicht nur Vize-Europameister – diese Mannschaft hat auch eine glänzende Perspektive.

Es gibt Raum zur Weiterentwicklung

Individuell sind junge Spieler wie Marko Grgic, Renars Uscins oder Miro Schluroff schon superstark, aber noch längst nicht am Ende ihrer Möglichkeiten. Das gilt auch für die Mannschaft. Deutschland agierte bei der EM ohne offensive Abwehralternative, meist ohne durchschlagskräftige zweite Welle, wenig mit modernen Varianten in der Offensive (sieben gegen sechs, vier Rückraumspieler).

Da bleibt noch viel Spielraum zur Entwicklung, was für ein Weltklasse-Team ein unglaubliches Plus ist – zumal die WM 2027 auch noch im eigenen Land stattfindet. Gut möglich, dass es bis zur nächsten Medaille nicht allzu lange dauern wird. Vielleicht ist sie dann ja sogar aus Gold.

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