Wer zwischen Leonberg und Ditzingen mit dem Rad unterwegs ist, muss auf der Straße oder einen großen Umweg fahren. Foto: Simon Granville
2020 wurde die frühere B295 saniert und zur Landesstraße herabgestuft. Ein begleitender Fuß- und Radweg kann erst jetzt realisiert werden. Die nötigen Grundstücksfragen sind geklärt.
Was lange währt, wird endlich gut? Über fünf Jahre es nun her, dass die ehemalige Bundesstraße 295 zwischen Ditzingen und Leonberg saniert und anschließend zur Landesstraße 1137 herabgestuft wurde. Doch der begleitende Fuß- und Radweg, der ebenfalls vorgesehen war, ließ auf sich warten. Nun endlich, nach fünf langen Jahren, kann es 2025 endlich losgehen.
Größte Bremse des Vorhabens war der Kauf der nötigen Grundstücke auf der Richtung Höfingen zeigenden Seite. „Der Grunderwerb an der Feuerbacher Straße ist so gut wie abgeschlossen, es gibt noch ein paar letzte Fragen zu klären“, teilt Leila Fendrich, die Pressesprecherin der Stadt Leonberg auf Anfrage mit. Zuständig für Planung und Bau ist das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS). Dort gibt man an, der Grunderwerb sei bis April abgeschlossen. Da aber noch weitere Abstimmungen und Vereinbarungen mit der Stadt Leonberg nötig seien, „liegt ein genauer Zeitplan zur Umsetzung des Projekts derzeit noch nicht vor“, teilt ein Sprecher des Regierungspräsidiums mit.
Eine unendliche Geschichte
Der Radweg zwischen Leonberg und Ditzingen – eine scheinbar unendliche Geschichte. Der begleitende Rad- und Fußweg hätte gemeinsam mit der Sanierung der B295 im Jahr 2019 gebaut werden sollen, doch der nötige Grundstückskauf kommt nicht zustande. Unter den Eigentümern sind einige Landwirte, die sich mehr als die vorgesehene Wegbreite von zunächst 2,5 und später drei Metern wünschen, um die Strecke auch mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen nutzen zu können.
Der Grundstückskauf zieht sich wie Kaugummi. Mal müssen die Pläne angepasst werden. Mal beklagen die Stücklesbesitzer, die Stadt würde sich nicht melden. 2022 muss auch noch ein neues Planungsbüro gefunden werden, weil das alte ausgestiegen war. Seitdem ist es ganz still gewesen um das Vorhaben. Nun scheint der Weg frei für ein Happy End.
Dafür sind die Nachrichten für Radfahrer an anderer Stelle weniger gut. Für sie wird es auf absehbare Zeit keinen straßenbegleitenden Radweg zum Glemseck geben. Der schmale Streifen neben der L1187 von den Riedwiesen bis zum Glemseck, der einst als Fuß- und Radweg diente, ist schon seit Jahren in so desolatem Zustand, dass er seit 2019 gesperrt ist. „Noch in diesem Jahr soll daher der betreffende Abschnitt von Leonberg kommend bis zur Bushaltestelle Rappenhof zurückgebaut werden“, teilt das Regierungspräsidium auf Nachfrage mit. In diesem Bereich gibt es aber einen Wirtschaftsweg.
Kaputter Weg wird zurückgebaut
Auf dem Abschnitt zwischen Rappenhof und Glemseck habe man sich bislang gegen einen Rückbau entschieden, führt das RPS aus. Hier will man sich die Option erhalten, den straßenbegleitenden Weg auszubauen. Ein Sprecher weist zudem daraufhin, dass „der betreffende Weg aufgrund der geringen Breite und des geringen Abstands zur Landesstraße auch in der Vergangenheit keine regelkonforme, sichere Radverkehrsanlage dargestellt hat“. Eine Wegalternative gibt es hier auch, diese führt allerdings durch den Wald, inklusive Steigung.
Der kaputte Weg zwischen Riedwiesen und Rappenhof wird zurückgebaut. Foto: Simon Granville
Im Bereich des Seehauses werde eine Wegführung über das Gelände geprüft, Gespräche mit dem Eigentümer stünden aber erst an. Wann hier in Sachen Radweg etwas passiert, kann das RPS derzeit nicht sagen. Zum einen „aus Kapazitätsgründen“, zum anderen sei die Strecke keine „vom Land mit Priorität zu behandelnde Radnetz-BW-Maßnahme“. Eine, etwas längere, Alternative für die gesamte Strecke gibt es südlich der L1187, am Waldrand entlang und durch die Mahdentalsiedlung. Doch viele Radfahrer bevorzugen es gerade in der Dämmerung, in Straßennähe zu fahren.
Die Strecke durchs Mahdental zum Schattenring war Ende der 2010er Jahre im Gespräch gewesen als möglicher Radschnellweg von Leonberg nach Stuttgart. Der Leonberger Gemeinderat hatte sich mehrfach dafür stark gemacht, der Großteil der Strecke liegt aber auf Stuttgarter Gemarkung. 2019 war eine Machbarkeitsstudie durch den Kreis Böblingen veröffentlicht worden. Darin wird allerdings die Wildparkstraße als Vorzugsroute benannt, da die Route durch das Mahdental als Wasserschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitatgebiet in naturschutzrechtlicher Hinsicht schwieriger umzusetzen sei. Weitere offizielle Planungen gibt es bisher nicht.