Nach Gasaustritt in Neuhausener Firma Blausäure: Kein Mitarbeiter mehr in Klinik

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Nach dem Gasaustritt in der Neuhausener Firma Balluff am Freitag sind die Folgen wohl gering. Alle Mitarbeiter, die nach der Ausbreitung von Blausäuredämpfen in Kliniken behandelt wurden, sind laut des Unternehmens inzwischen wieder zu Hause.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot zum Unglücksort in Neuhausen ausgerückt. Foto: 7aktuell
Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot zum Unglücksort in Neuhausen ausgerückt. Foto: 7aktuell

Neuhausen - Die 19 Mitarbeiter der Neuhausener Firma Balluff, die am Freitag nach einem Gasaustritt im Unternehmensgebäude in der Schurwaldstraße in Krankenhäuser eingeliefert worden waren, sind laut einer Mitteilung der Firma wieder zu Hause. Die meisten von ihnen hätten bereits am Freitagabend entlassen werden können, einige seien 24 Stunden zur Beobachtung geblieben. Krankmeldungen, die im Zusammenhang mit dem Zwischenfall stünden, lägen zurzeit nicht vor.

Nach Ursache wird weiter geforscht

Beim Brand eines Gerätes waren Blausäuredämpfe entstanden, die sich über die Lüftungsanlage in dem Gebäudeteil verbreitet hatten, in dem rund 200 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die von der Feuerwehr gemessenen Werte hätten schon am Freitag unterhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte gelegen. Am Samstag seien keine gesundheitsgefährdenden Spuren mehr nachweisbar gewesen. Lediglich die am stärksten betroffene Ebene des Gebäudes sei auch noch am Montag vorsorglich gesperrt geblieben. Auf allen anderen Ebenen sei die Arbeit wieder aufgenommen worden. Nach der Ursache für den Brand forsche der hausinterne Bereich Arbeitssicherheit in Zusammenarbeit mit einem externen Experten.

Erst ein Gutachten könne Aufschluss über die genaue Höhe des Sachschadens geben, teilt Balluff auf Nachfrage mit. Allerdings seien in einer ersten Untersuchung nur geringe Brandschäden festgestellt worden. Ablagerungen wie Kondensate oder Rußflocken hätten sich nicht gefunden. Ein externer Gutachter habe bereits am Samstag den betroffenen Teil des Gebäudes untersucht und Proben entnommen. Diese würden zurzeit in einem Labor analysiert.

Es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung

Das Unglück hatte am Freitagvormittag einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungskräften und Polizei ausgelöst. Gegen 9.30 Uhr hatten sich die giftigen Blausäuredämpfe ausgebreitet und bei einigen der dort beschäftigen Personen Beschwerden verursacht. 19 von ihnen wurden in Kliniken eingeliefert. Rund 200 weitere Mitarbeiter wurden vor Ort vom Rettungsdienst untersucht und versorgt. Laut der Polizei bestand für die Bevölkerung von Neuhausen und Umgebung keine Gefahr.

Das im Jahr 1921 in Neuhausen gegründete Unternehmen Balluff beschäftigt weltweit rund 3600 Personen und besitzt 37 Tochtergesellschaften und weitere Vertretungen in 68 Ländern. Die Firma, die eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 459 Millionen Euro Umsatz verzeichnete, ist auf die Entwicklung von Sensoren und Systemen für Wegmessung, Identifikation, Objekterkennung und Fluidmessung spezialisiert.