Nach geplatzten Verhandlungen um Wohnturm in Fellbach Gewa-Anleihe bricht ein

Von  

Der geplatzte Verkauf des halb fertigen Wohnturms in Fellbach an einen Investor schreckt die Börsianer auf. Die Finanzierungsanleihe der Gewa 5 to 1 notiert bei nur noch 20 Prozent.

In den oberen Stockwerken des Gewa-Towers fehlen seit einem Jahr noch die Fenster. Foto: Patricia Sigerist
In den oberen Stockwerken des Gewa-Towers fehlen seit einem Jahr noch die Fenster. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Die geplatzten Verhandlungen mit dem favorisierten Investor um den Kauf des Gewa-Towers in Fellbach haben ihren Eindruck auf den Handel an der Börse gemacht. Die schon seit dem Baustopp weit unter ihrem ursprünglichen Wert gehandelte Gewa-5-to-1-Anleihe ist am Freitag abgesackt und hat sich am Montag nur gering erholt. Zuletzt notierten die Anleihen nur bei 20 Prozent, nachdem sie zwischenzeitlich auf etwa 18 Prozent gefallen waren. Im Wochenvergleich ist das ein Verlust von etwa einem Viertel. Seit dem Baustopp für den Gewa-Tower vor einem Jahr schwankte die Anleihe um etwa 30 Prozent ihres Ausgabewerts.

Die Projektgesellschaft Gewa-5-to-1 hatte die Anleihe in Höhe von 35 Millionen Euro vor mehr als zwei Jahren zur Finanzierung des Turmbaus platziert und einen Zins von 6,5 Prozent versprochen. Im März 2018 wird sie fällig, das heißt, die Gewa-Chefs Mark und Michael Warbanoff wollten ihr Wohnhochhaus zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt haben und die Anleihe samt Zinsen in voller Höhe zurückzahlen. Stattdessen läuft seit mehr als einem Jahr das vorläufige Insolvenzverfahren. Zuletzt hatten die Angebote zweier interessierter Investoren, den Tower fertigzustellen, für die Anleihegläubiger nur eine Quote in Höhe von 40 Prozent in Aussicht gestellt. Wenn sich der Inhalt einer am Freitag bekannt gewordenen Liste mit Mängeln des Turms bestätigt, dürften die Anleger noch weniger von ihrem Geld wiedersehen.