Nach Großbrand bei SSB in Stuttgart Busdepot für E-Bus-Flotte nicht tauglich

Betreten noch immer verboten: die ausgebrannte Abstellhalle. Foto: dpa/Marijan Murat

Die Polizei dürfte wohl erst Ende der Woche mit ihren Untersuchungen beginnen – die Abstellhalle war für E-Bus-Flotte nur bedingt tauglich und sollte schon aufgerüstet werden.

Lokales: Wolf-Dieter Obst (wdo)

Stuttgart - Noch können sich die Brandermittler der Kripo nicht an den Brandherd wagen: Vier Tage nach dem Großbrand im Busdepot Gaisburg der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) im Stuttgarter Osten geht es noch immer darum, das einsturzgefährdete Hallendach zu sichern. Derweil gerät die Flotte der Elektro- und Hybridbusse der SSB immer mehr in den Blickpunkt. Bei einer Begehung am Montagnachmittag versuchten die Experten, mögliche Sicherungsmaßnahmen für die Abstellhalle mit den ausgebrannten Bussen abzuklären. „Wenn das abgeschlossen ist, hoffen wir, Ende der Woche mit den Ermittlungen beginnen zu können“, sagt Polizeisprecherin Ilona Bonn. Der Polizei geht es vorrangig um die Frage, ob eine Brandstiftung oder sonstiges strafbares Verhalten vorliegt. Bleibt ein technischer Defekt als Erklärung übrig, ist die Polizei wieder außen vor.

 

Fürs Depot sind neue Ladestationen ausgeschrieben

Bei dem Brand waren in der Nacht zum Freitag 25 Busse Opfer der Flammen geworden – auch die Hybridbusse, die im Leopardenlook auf der Schnelllinie X 1 zwischen City und Bad Cannstatt verkehrten. „Die X 1 wird trotzdem normal bedient“, sagt SSB-Sprecher Hans-Joachim Knupfer.

Der Brand hat offenkundig gemacht, dass der Standard der Abstellhalle in Gaisburg für eine moderne Elektro- und Hybridbusflotte nicht ausreicht. Deshalb wurden nach Informationen unserer Zeitung bereits 25 neue Busladestationen ausgeschrieben. Auch beim Brandschutz „werden garantiert Änderungen kommen“, so Markus Wiedemann, Bereichsleiter Kraftfahrzeuge bei den SSB.

Die Sache mit den Batterien

Hochleistungsbatterien gelten als kritisch, weil ihre Zellen bei einem Brand durchzünden können. Experten verweisen darauf, dass neue Elektrogelenkbusse von Daimler, die auch die SSB besitzt, im Frühjahr zurückgerufen werden mussten. Bei den Feststoffakkus eines französischen Herstellers könne es „wegen eines Isolationsfehlers zu einem batterieinternen Zellschluss“ kommen, hieß es. „Insgesamt waren etwa 30 Kundenfahrzeuge von der Rückrufaktion betroffen“, so eine Sprecherin der Sparte Mercedes-Benz Buses and Coaches & Technology auf Nachfrage. Die Rückrufaktion für den Mercedes-Benz eCitaro mit Festkörperbatterien sei seit Ende April 2021 abgeschlossen und dem Kraftfahrtbundesamt auch als weltweit abgeschlossen gemeldet worden.

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