Nach Havarie in Biogasanlage Versicherung bezahlt nicht

Von fal/kew 

Nach dem Unfall in einer Biogasanlage in Engstingen bleiben die Geschädigten vorerst ohne Geld. Die Versicherung findet, die Anlage sei illegal gewesen. Die Staatsanwaltschaft ist sich da noch nicht so sicher.

Eine braune Brühe vergärter Essensreste läuft aus einem Tank auf dem Gelände einer Biogasanlage in Engstingen aus. Foto: 7aktuell.de/Lukas Felder
Eine braune Brühe vergärter Essensreste läuft aus einem Tank auf dem Gelände einer Biogasanlage in Engstingen aus. Foto: 7aktuell.de/Lukas Felder

Engstingen - Ein Tank mit 1,5 Millionen Liter Gärsubstrat aus einer Biogasanlage hat am 11. Januar dieses Jahres ein Gewerbegebiet in Engstingen (Kreis Reutlingen) überschwemmt und mehrere Gebäude, darunter ein Hotel mit Kegelbahn, in Mitleidenschaft gezogen. Nun hat die Sparkassenversicherung mitgeteilt, dass sie die Kosten für die Schäden nicht übernehmen wird. Nach einer rechtlichen Klärung sei man zu der Auffassung gelangt, dass der Tank nicht hätte betrieben werden dürfen, sagte der Sprecher Michael Kuhn. Dadurch entfalle der Versicherungsschutz.

Zahlt der Betreiber?

Allerdings wird diese Frage gegenwärtig auch von der Tübinger Staatsanwaltschaft untersucht. Ein entsprechendes Gutachten liege aber noch nicht vor, sagte die Sprecherin der Behörde. Derweil erklärte sich die Betreiberfirma Biga Energie bereit, eine entsprechende Aufstellung der Schäden entgegenzunehmen, sagte der Bürgermeister Mario Storz (CDU) nach einem Telefongespräch mit der Geschäftsführung. Ein Großteil des Schadens sei aber noch nicht beziffert. Es fehle ein Gutachten, wie die Räume saniert werden könnten. Eine Spezialfirma erledigte auf Kosten der Versicherung nur die Sofortmaßnahmen. Zwei ehemalige Kasernengebäude im Gewerbepark, die vermietet waren, stehen leer.

Hotelchefin wartet auf Entschädigung

Offen seien die Rechnungen der Feuerwehren und von der Kanalreinigung, sagte Storz. Sie allein summierten sich auf einen sechsstelligen Betrag. „Wir haben bisher keinen Cent gesehen“, sagte auch die Junior­chefin des Hotels Hydepark, Anja Wolfframm. Zudem fehlten durch die mehrwöchige Schließung Umsätze von 100 000 Euro. Die Betreiberfirma zeigte am Mittwoch Unverständnis gegenüber der Entscheidung der Versicherung, man wolle rechtliche Schritte dagegen einleiten und alles dafür tun, dass es schnellstmöglich zu einer Schadensregulierung kommt. Die Anlage läuft inzwischen wieder. Lediglich der Pannenbehälter steht still.