Mit einer Mahnwache haben Bosch-Mitarbeitende am Donnerstag gegen die geplanten betriebsbedingten Kündigungen protestiert. Sie fordern: „Schluss mit dem Stellenabbau“.

Mit einer drastischen Aktion haben am Donnerstagabend Mitarbeitende von Bosch in Stuttgart-Feuerbach ein Zeichen des Widerstands gesetzt: Sie trugen symbolisch die Werte des Firmengründers Robert Bosch zu Grabe. Die Aktion war Teil einer zweitägigen Mahnwache, zu der die IG Metall aufgerufen hatte.

 

Im Video zur Mahnwache ist zu sehen, wie die Beschäftigten Kreuze und provisorische Grabsteine aufstellen. Im Hintergrund sind singende Stimmen zu hören: „Wir stehen heute, jetzt und hier gemeinsam vor der Firmentür und fragen uns ganz ungeniert: Wer hat euch ins Hirn geschmiert?“ Ein Mitarbeiter legt eine weiße Rose neben Zettel mit Worten wie „Fürsorge“, „Fairness“ und „Respekt“ nieder. Davor liegen bereits weitere Blumen – stille Botschaften, die zeigen sollen, was aus Sicht der Protestierenden verloren gegangen ist.

Kurz darauf tragen mehrere Männer in IG-Metall-Schals, -Mützen und -Jacken einen schwarzen Pappsarg heran. Auf einem Grabstein steht: „Hier liegen die Bosch-Werte und die Wertschätzung – Opfer des Profits. R.I.P.“ Daneben brennen Grablichter. Aus dem Chor der Demonstrierenden ist zu hören: „Schluss mit dem Stellenabbau! Rauszuschmeißen ist nicht sehr schlau.“

Bosch-Mitarbeiter setzen starkes Zeichen

Der Hintergrund der Aktion: Am Donnerstag war bekannt geworden, dass im Bosch-Kompetenzzentrum an der Borsigstraße mehr als 500 Stellen gestrichen werden sollen. Bundesweit sollen es rund 830 Jobs sein. Die Nachricht führte offenbar zu emotionalen Szenen im Werk: Beschäftigte sollen ihre Laptoptaschen auf den Boden gestellt und das Gebäude wortlos verlassen haben.

Der Betriebsrat kündigte an, alles daranzusetzen, um weitere betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Wie es für die Belegschaft in Feuerbach und an anderen Standorten weitergeht, ist noch offen – sicher scheint wohl nur, dass der Protest der Mitarbeitenden nicht verstummen wird.