Nach Klage der „Lebensretter“ DRK gibt Blockade von Ersthelfer-App auf
Der Sinneswandel folgt kurz nach einer Klage vor Gericht: das Rote Kreuz am Bodensee sperrt sich nicht länger gegen die Ersthelfer-App der „Region der Lebensretter“.
Der Sinneswandel folgt kurz nach einer Klage vor Gericht: das Rote Kreuz am Bodensee sperrt sich nicht länger gegen die Ersthelfer-App der „Region der Lebensretter“.
Im Tauziehen um die Nutzung von Ersthelfer-Apps zur schnelleren Versorgung von Herzstillstand-Patienten hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Bodensee-Oberschwaben überraschend eingelenkt. Nur wenige Tage nach dem Einreichen einer Klage beim Verwaltungsgericht Sigmaringen hat die Rettungsdienst-Gesellschaft auch die App des Freiburger Vereins „Region der Lebensretter“ an ihre Leitstelle angebunden. Dies berichtete das DRK in einer Pressemitteilung, ohne Gründe für den Sinneswandel zu benennen. Die „Lebensretter“-App ergänze das bestehende System mit der App „Corhelper“, die bereits seit einigen Monaten erfolgreich im Einsatz sei, hieß es. Man wolle damit „weitere Einsatzkräfte erreichen mit dem Ziel, die Zahl verfügbarer Ersthelfender nochmals zu erhöhen“. Es handele sich mithin um eine „kontinuierliche Weiterentwicklung der Notfallversorgung“ in der Region. Diese umfasst die Landkreise Sigmaringen, Ravensburg und den Bodenseekreis; das Allgäu mit dem Kreis Lindau und zwei weiteren Landkreisen ist schon länger an das System angeschlossen.
Der Verein „Region der Lebensretter“, dessen App bereits von zwei Dritteln der Leitstellen in Baden-Württemberg genutzt wird, hatte sich seit Monaten um einen Anschluss auch in Bodensee-Oberschwaben bemüht. Das Rote Kreuz verweigerte diesen jedoch hartnäckig, ohne dafür Gründe zu nennen. Schließlich sah sich der Verein zum Gang vors Verwaltungsgericht gezwungen, wie unsere Zeitung berichtet hatte. Dort war das Verfahren gerade erst angelaufen, nun dürfte es sich erledigt haben.
Die „Lebensretter“ hatten sich in der Begründung besonders auf eine Maßgabe von Innenminister Thomas Strobl (CDU) berufen, wonach alle verfügbaren und betriebsbereiten Ersthelfer-Apps angeschlossen werden müssen. Die Leitstellen hätten dabei kein Auswahlrecht, sondern müssten alle Systeme einbinden. Mit der App werden qualifizierte Ersthelfende alarmiert, die sich gerade in der Nähe eines Notfallortes befinden. Da es bei Herzstillstand auf Minuten ankommt, erhöht die schnelle Hilfe die Überlebenschancen. Der Vereinsvorsitzende, der Freiburger Klinikarzt Michael Müller, zeigte sich erfreut über den Sinneswandel des DRK. Damit sei die App nun „von Freiburg bis Füssen“ durchgehend im Einsatz.