Nach Kritik an Trennung von Kim Renkema Allianz MTV Stuttgart wirft Teamarzt raus

Sitzt künftig nicht mehr auf der Bank von Allianz MTV Stuttgart: Stefan Zieger war zehn Jahre lang einer der Teamärzte des Volleyball-Bundesligisten. Foto: imago//Tom Bloch

Zehn Jahre lang betreute Stefan Zieger die Stuttgarter Volleyballerinnen, jetzt muss er gehen – weil er deutliche Kritik am Umgang mit Sportdirektorin Kim Renkema geübt hatte.

Zehn Jahre lang war Stefan Zieger einer der Mannschaftsärzte des Volleyball-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart, jetzt haben die Verantwortlichen des Clubs die Zusammenarbeit mit ihm vorzeitig beendet – weil er deren Umgang mit (Ex-) Sportdirektorin Kim Renkema gegenüber unserer Zeitung kritisiert hatte.

 

Angesprochen auf die Trennung von der Niederländerin hatte Stefan Zieger unter anderem erklärt: „Es war ein tolles Netzwerk aus Leuten, die das Stuttgarter Volleyball-Projekt unglaublich erfolgreich gemacht haben, nun wurde dieses Netzwerk kaputt gemacht – wie die Vereinsverantwortlichen dies initiiert, durchgezogen und nicht stimmig kommuniziert haben, ist beispiellos.“ Am Morgen nach der Veröffentlichung dieser Aussage erhielt der Internist und Kardiologe eine WhatsApp-Nachricht von Teammanager Moritz Zeithammel – mit unmissverständlichem Inhalt.

Zeithammel: „So eine Äußerung ist nicht hinnehmbar“

Nach interner Absprache mit dem „Staff und dem Trainerteam“, hieß es dort, „haben wir entschieden, dich mit sofortiger Wirkung von deiner Tätigkeit als Mannschaftsarzt zu entbinden“. Und weiter: „In dieser Art und Weise die Integrität der Verantwortlichen zu untergraben, ist, um es in deinen Worten zu sagen, ‚beispiellos’. Nach dieser Aktion bleibt uns nichts anderes übrig, als frühzeitig einen Schlussstrich zu ziehen.“ Gegenüber unser Zeitung erklärte Moritz Zeithammel, der auch Leiter Medien und Kommunikation des Vereins ist, zudem: „So eine Äußerung in der Öffentlichkeit, die weder angekündigt noch mit uns abgesprochen war, ist von einem aktiven Mitglied des Betreuerstabes nicht hinnehmbar.“

Auf Anfrage bestätigte Stefan Zieger die Trennung per WhatsApp-Nachricht, erst später habe sich Geschäftsführer Aurel Irion telefonisch gemeldet. „Ich habe mir keine Pflichtverletzung vorzuwerfen. Es geht hier nicht um fachliche Dinge, sondern um Emotionen“, sagte Zieger, der angekündigt hatte, wegen des unschönen Abschieds von Kim Renkema am Ende der laufenden Saison aufzuhören. „Ich akzeptiere, dass der Verein sich von mir trennt, finde dies aber schade und traurig. Ich war nicht polemisch, sondern habe nur meine Enttäuschung über die Entwicklung bei Allianz MTV Stuttgart zum Ausdruck gebracht. Die Trennung hat für mich bestätigenden Charakter – ich habe nicht das Gefühl, als hätte ich bei meinen Äußerungen falsch gelegen“, so Zieger.

Bestätigt sieht sich Zieger auch durch die vielen Rückmeldungen, die er nach Bekanntwerden der vorzeitigen Trennung erhalten habe. „Unter anderem haben einige Spielerinnen angerufen und ihr Bedauern ausgedrückt“, sagte der Mediziner, „mir lag das Wohl der Mannschaft immer sehr am Herzen. Ich wünsche diesem Team auch weiterhin alle Erfolge, die möglich sind.“

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