Nach Kündigungen in Stuttgarter Wohnheimen Welche Folgen hatten sie für die Studierenden?

Von  

Die Kündigungen von 888 Studentenbuden zum Jahresende war im April ein großer Aufreger auf dem Unicampus in Stuttgart-Vaihingen. Wird der neue Wohnheimträger seine Zusagen einhalten?

Im Wohnheim „Straussi 1“ auf dem Campus in Stuttgart-Vaihingen darf weiter gewohnt und gefeiert werden. Foto: Lichtgut/Jens Volle
Im Wohnheim „Straussi 1“ auf dem Campus in Stuttgart-Vaihingen darf weiter gewohnt und gefeiert werden. Foto: Lichtgut/Jens Volle

Stuttgart - Jeremias Hubbauer ist einer der 888 Studierenden, die von der Kündigung ihres Wohnheimzimmers auf dem Campus in Stuttgart-Vaihingen betroffen sind. Als Vorstandsvorsitzender der Studierendenvertretung der Uni Stuttgart (Stuvus) schaut er besonders genau hin, wenn es um die Wohnkonditionen für so viele Studierende geht. Als das Studierendenwerk Stuttgart „mit großem Bedauern“ die Bewohner von insgesamt drei Wohnheimen im Frühjahr darüber informierte, dass man alle Mietverhältnisse zum Jahresende auflösen müsse, war bei vielen Betroffenen die Sorge groß.

Zu welchen Konditionen würden sie künftig dort wohnen können? Inzwischen hat mehr als die Hälfte der Bewohner ihren Mietvertrag mit dem neuen Bewirtschafter verlängern können, offenbar ohne große Probleme. „Im Großen und Ganzen sind die Mieten gleich geblieben“, sagt Hubbauer.

Auslöser für die Kündigungen war ein Streit über Sanierungen

Hintergrund für den ungewöhnlichen Vorgang: der Eigentümer will die Anlagen künftig selbst bewirtschaften. Eigentümer ist die Vereinigung Stuttgarter Studentenwohnheime e.V. (VSSW), die bisher zwar Wohnheime gebaut, sie aber durch das Studierendenwerk bewirtschaften ließ. Auslöser waren Streitigkeiten zwischen den Chefs beider Einrichtungen über Notwendigkeit und Umfang von Sanierungsmaßnahmen.

Die Bewohner treibt nun aber noch die Sorge um, ob der Wohnheimverein als neuer Bewirtschafter neben der Höhe der Miete auch andere Regularien beibehalten würde, insbesondere bei der Mitsprache. Hierzu erklärt Andreas Wirth vom Wohnheimverein: „Sofern es bisher ein Mitspracherecht in bestimmten Bereichen gab, werden wir das gerne übernehmen und weiterführen.“ Dies gelte etwa für die Mitsprache der Studierenden bei der Belegung der WGs im Straussi 1 – für den Alltag beim Zusammenwohnen kein unwesentliches Kriterium. „Hier wird nichts geändert“, versichert Wirth. Auch das Angebot, durch Tutorien, also aktive Mitarbeit, eine Verlängerung der Wohnzeit zu bekommen, soll erhalten bleiben.

Die Studierenden wünschen sich mehr Mitsprache

Eine Mitgliedschaft der Studierendenvertreter im Wohnheimverein lehnt dieser offenbar weiter ab. „Wir würden unsere Interessen gern konkret in den Verein einbringen“, sagt Hubbauer. Im Studierendenwerk, das die Wohnheime bisher bewirtschaftet, ist gesetzlich geregelt, dass die Studierenden dort im Verwaltungsrat mitentscheiden.

Sonderthemen