Nach Messerattacke in Backnang „Vorbildlich verhalten“: Zeuge beschattet mutmaßlichen Gewalttäter
Ein mutiger Zeuge erkennt den mutmaßlichen Täter eines Messerangriffs in Backnang und lotst die Polizei zu ihm. Doch was steckt hinter der Tat?
Ein mutiger Zeuge erkennt den mutmaßlichen Täter eines Messerangriffs in Backnang und lotst die Polizei zu ihm. Doch was steckt hinter der Tat?
Nach einem Messerangriff in einer Backnanger Moschee (Rems-Murr-Kreis) lobt die Polizei einen Zeugen, der den Tatverdächtigen in einer Bahn von Backnang nach Stuttgart erkannt und der Polizei gemeldet hatte. Und zwar nicht nur, weil die Meldung nur etwa eine halbe Stunde nach Veröffentlichung der Fahndung und damit sehr schnell kam: „Er hat sich auch sonst wirklich vorbildlich verhalten“, so Robert Kauer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen.
So habe der Zeuge noch aus der Bahn heraus bei der Polizei angerufen, ohne dass der mutmaßliche Messerangreifer dies mitbekam. Doch damit nicht genug: „Er ist auch nach dem Aussteigen an dem Tatverdächtigen dran geblieben – mit Abstand, ohne sich selbst zu gefährden“, erklärt der Polizeisprecher. Währenddessen habe der Mann den Standort weiter durchgegeben und Polizisten zu dem mutmaßlichen Täter gelotst. „Der Zeuge bekommt bestimmt noch einen Dankesbrief unseres Präsidenten“, so Kauer.
Als diese den 25-Jährigen zur Rede stellten, soll dieser sie zunächst ignoriert haben. „Die Kollegen mussten bei der Festnahme unmittelbaren Zwang anwenden“, so Kauer. Der Tatverdächtige wurde am Samstag einem Haftrichter vorgeführt, dieser schickte ihn in Untersuchungshaft.
Das Motiv des Angriffs ist derweil weiterhin rätselhaft: Der 25-Jährige hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. „Hinweise auf ein politisches Motiv ergaben sich bislang nicht“, so Kauer. Laut der Polizei kannten sich das 24 Jahre alte Opfer und der ein Jahr ältere Tatverdächtige zumindest flüchtig.
Der Angriff ereignete sich offenbar gegen Ende des Freitagsgebetes – ein für praktizierende Muslime sehr wichtiges Ritual. Die gemeinschaftliche Verrichtung dieses Gebets soll unter anderem Einheit und Zusammenhalt fördern. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge ging der 25 Jahre alte afghanische Staatsbürger gegen 13.15 Uhr mit einem Messer auf seinen Bekannten los und verletzte ihn leicht am Oberschenkel.