Der Fahrer eines grauen Skoda Kamiq hat bei einer Verfolgungsfahrt einen schweren Unfall mit einem Streifenwagen ausgelöst. Welche strafrechtlichen Konsequenzen drohen?

Lokales: Wolf-Dieter Obst (wdo)

Die Fahndung nach dem Fahrer eines grauen Skoda Kamiq, der sich am Dienstag in Möhringen eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert und dabei auf der B 27 einen schweren Unfall verursacht hatte, dauert an. Das graue SUV-Fahrzeug ist vorerst wie vom Erdboden verschluckt.

Dabei dürften die Ermittler nicht nach einem großen Unbekannten suchen. Kennzeichen und Halter sind bekannt. Um die laufenden Fahndungsmaßnahmen allerdings nicht zu beeinträchtigen, hält sich die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg, die mit den Ermittlungen beschäftigt ist, mit Angaben zu Details zurück – etwa ob es sich um ein ortsansässiges Fahrzeug handelt. Noch setzen die Ermittler nicht auf eine Öffentlichkeitsfahndung, sondern auf einen Treffer über die polizeiinternen Fahndungssysteme.

Zeugenhinweise werden noch abgearbeitet

Bei der Verfolgungsfahrt am Dienstag kurz nach 16 Uhr war eine Streifenwagenbesatzung auf der B 27 auf Höhe der Anschlussstelle Fasanenhof nahe Echterdinger Ei und Autobahn schwer verunglückt. Das Polizeiauto war bei einem Fahrmanöver gegen einen Verkehrsteiler geprallt – und der unbekannte Skoda-Fahrer, der offenbar mit einem Beifahrer unterwegs war, entkam. Zwei Beamte im Alter von 30 und 50 Jahren erlitten schwere Verletzungen, eine 21-jährige Praktikantin kam mit leichten Blessuren davon. Geschätzter Schaden: 85 000 Euro.

Bei der Polizei gingen bisher etwa ein halbes Dutzend Zeugenhinweise ein – „ein guter Teil nach den Veröffentlichungen in den Medien“, sagt der Ludwigsburger Polizeisprecher Steffen Grabenstein. Noch seien nicht alle Hinweise vollständig abgearbeitet. Weitere Hinweise nimmt die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg unter der Telefonnummer 0711/ 68 69 -230 entgegen.

Was droht eigentlich strafrechtlich?

Der mutmaßliche Verantwortliche des Unfalls muss mit einer Reihe von strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft rechnen. Infrage kommen dabei nicht nur Körperverletzung, Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht – sondern womöglich auch der sogenannte Raserparagraf 315d, der verbotene Kraftfahrzeugrennen unter Strafe stellt. Nach einem Gerichtsurteil 2021 berge die Flucht vor der Polizei dieselben Risiken wie ein verabredetes oder spontanes Rennen mehrerer Fahrzeuge aus falsch verstandenem sportlichen Ehrgeiz. Bei schweren Unfallfolgen können sogar ein bis zehn Jahre Haft drohen.

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