13 Millionen Euro flossen 2025 im Kreis Ludwigsburg in den Straßenbau – so viel wie nie zuvor. Doch in Zukunft ist Sparen angesagt. Welche Projekte sitzen jetzt auf der Wartebank?
Satte 13 Millionen Euro sind 2025 in den Ausbau und die Sanierung von Straßen im Landkreis Ludwigsburg geflossen – so viel wie noch nie zuvor. 2024 waren es gerade mal fünf Millionen. Kaum vorstellbar, muss der Kreis doch sparen an allen Ecken und Enden.
Genau aus dem Grund gibt es jetzt auch einen großen Cut. Nach dem Rekordjahr folgt jetzt das Jahr der Warteschleifen. Die Prioritäten wurden neu gesetzt, und Projekte, die eigentlich ganz oben auf der To-Do-Liste standen, müssen sich doch wieder hinten anstellen.
Bei Straßenprojekten rings um Ludwigsburg denken die meisten vermutlich als erstes an die B 27 zwischen Kornwestheim und Ludwigsburg, die schon seit gefühlten Ewigkeiten eine Baustelle ist, oder an die Strecke am Monrepos. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um Landes- oder Bundesstraßen – hier sind auch Bund und Land zuständig. Doch selbst auf den Straßen des Landkreises gab es reichlich zu tun, wie die Liste von 2025 zeigt.
Unfallschwerpunkte werden entschärft
Die Verbindungsstraße zwischen Affalterbach und Hochdorf zum Beispiel hatte „neben dem schlechten Fahrbahnbelag eine zu geringe Breite, enge Kurven, unübersichtliche Kuppen und war sehr unfallauffällig“, heißt es von Andreas Fritz, Sprecher des Landratsamts. Auch die Straße zwischen Eberdingen und Riet sowie die große Kreuzung westlich von Aldingen galten als Unfallschwerpunkt.
Die übrigen Maßnahmen waren ebenfalls keine Nice-to-haves, wie Andreas Fritz berichtet. Die größeren Sanierungen, zum Beispiel an den Ortsdurchfahrten Vaihingen und Gerlingen, seien wegen Rissen, Verdrückungen und Spurrillen in der Fahrbahn notwendig gewesen. Und die regelmäßigen Rückstaus nach Gemmrigheim sollen durch den neuen Kreisverkehr der Vergangenheit angehören.
Obwohl die Arbeiten also alle ihre Berechtigung hatten, war das Rekordjahr in der Form nicht geplant. Besonders die beiden größten Bauprojekte – die Straßen bei Affalterbach und Eberdingen kommen zusammen auf rund 7,5 Millionen Euro – hätte der Kreis lieber zeitlich getrennt, schon mit Blick auf die Auswirkungen im Verkehr. „Dies ist jedoch nicht immer exakt planbar“, so Fritz. So kommen die Ausgaben 2025 letztlich auf rund 13 Millionen Euro, fünf Millionen mehr als 2023 und acht Millionen mehr als 2024.
Am dringendsten ist die Hessigheimer Neckarbrücke
Nun hat der Kreistag ein umfassendes Sparpaket für 2026 beschlossen, im Haushaltsplan ist von einem Investitionsstopp die Rede – nur das Nötigste an Straßen soll gemacht werden. Was sich noch aufschieben lässt, muss warten. Was heißt das konkret? „Ganz oben auf der To-do-Liste stehen jetzt die Hessigheimer Neckarbrücke und die Zubringerstraße zwischen Kleiningersheim und Hessigheim“, erklärt Andreas Fritz. „Die Brücke muss dringend saniert werden.“ Ein Abschnitt des Radschnellweges zwischen Remseck und Hegnach steht aufgrund der hohen Landeszuschüsse und des Planungsstands ebenfalls oben auf der Liste.
Allerdings: Die ursprünglich in den nächsten Jahren vorgesehenen Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen der Kreisstraßen zwischen Eberdingen und Nussdorf, Aurich und Enzweihingen sowie Hessigheim und Besigheim werden noch einige Jahre warten müssen.