Nach Strache-Skandal in Österreich Andrea Nahles fordert Distanz zu Rechtspopulisten

Von red/dpa/lsw 

Nach dem Rücktritt von Heinz-Christian Strache richtet Andrea Nahles bei einer Wahlkampfveranstaltung in Heidelberg deutliche Worte an die konservativen Parteien.

Der Skandal in Wien zeige, wohin der Weg führe, wenn Konservative versuchten, Stimmen am rechten Rand zu sammeln, sagte Andrea Nahles in Heidelberg (Archivbild). Foto: dpa
Der Skandal in Wien zeige, wohin der Weg führe, wenn Konservative versuchten, Stimmen am rechten Rand zu sammeln, sagte Andrea Nahles in Heidelberg (Archivbild). Foto: dpa

Heidelberg - Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat die konservativen Parteien zu einer klaren Abgrenzung von Rechtspopulisten aufgerufen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag in Heidelberg thematisierte Nahles das Verhalten des am Samstag zurückgetretenen österreichischen Vizekanzlers und FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache. Den habe mit dem österreichischen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ein christdemokratischer Politiker in die Regierung gebracht, sagte Nahles. 

Auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Samstag in Cuxhaven auf einem Bezirksparteitag der CDU gesagt, Rechtspopulisten in Europa, egal in welchem Land, seien bereit, das Interesse ihres Landes für ihr eigenes Wohlergehen zu verkaufen.

An die Adresse der CDU-Chefin gerichtet sagte Nahles, auch die Christdemokraten müssten einen klaren Trennungsstrich zu den Rechtspopulisten ziehen. Der Skandal in Wien zeige, wohin der Weg führe, wenn Konservative versuchten, Stimmen am rechten Rand zu sammeln. „Ich fordere Sie daher auf, sprechen Sie mit einer Stimme“, sagte Nahles in Heidelberg in Richtung CDU.

Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hatte am Samstag seinen Rücktritt von allen Ämtern sowie vom Vorsitz der rechtspopulistischen FPÖ angeboten. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) werde das Angebot annehmen, sagte Strache in Wien. In einem 2017 heimlich aufgenommenen Video hatte Strache einer angeblichen russischen Oligarchin für den Fall, dass die FPÖ Regierungsverantwortung übernimmt, gegen Wahlkampfhilfe unter anderem öffentliche Aufträge in Aussicht gestellt.