Nach Sturz in Schacht Polizei ermittelt gegen Bauleiter

Ein 71 Jahre alte Frau ist am Dienstag in einen vier Meter tiefen Schacht in Stuttgart-Vaihingen gestürzt und hat sich schwer verletzt. Sie musste von der Feuerwehr befreit werden. Bilder vom Einsatz der Rettungskräfte zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: FRIEBE|PR/ Sven Friebe 16 Bilder
Ein 71 Jahre alte Frau ist am Dienstag in einen vier Meter tiefen Schacht in Stuttgart-Vaihingen gestürzt und hat sich schwer verletzt. Sie musste von der Feuerwehr befreit werden. Bilder vom Einsatz der Rettungskräfte zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: FRIEBE|PR/ Sven Friebe

Eine 71-jährige Frau hat sich am Dienstagabend beim Sturz in einen ungesicherten Schacht auf einer SSB-Baustelle in Stuttart-Vaihingen schwer verletzt. Gegen den Bauleiter wird jetzt ermittelt.

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Stuttgart - Der schwere Unfall auf einer Stadtbahnbaustelle in Vaihingen hat ein Nachspiel. Die Polizei ermittelt jetzt gegen den zuständigen Bauleiter wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Am Dienstagabend war auf einer SSB-Baustelle im Vaihinger Gewerbegebiet Wallgraben gegen 18.15 Uhr eine 71 Jahre alte Frau in einen vier Meter tiefen und knapp einen Meter breiten Schacht gestürzt. Ein Passant, der die Hilferufe der Rentnerin hörte, versuchte zu helfen. Er konnte sie aber nicht aus dem Schacht ziehen und auch nicht verhindern, dass die Frau, die sich zunächst in einer Tiefe von zwei Metern festhalten konnte, bis auf den Grund des Schachts abstürzte. Erst der sofort alarmierten Feuerwehr gelang es, die Frau zu bergen. Sie wurde stark unterkühlt und mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und wird stationär behandelt.

Bei den Ermittlungen vor Ort stellte die Polizei fest, dass lediglich zwei der insgesamt fünf Schächte ausreichend gesichert waren. „Über dem Schacht, in den die Frau fiel, lag nur ein fünf Millimeter dickes Metallblech, das zudem mit Laub bedeckt war“, erklärte ein Polizeisprecher. Das Blech sei offenbar weggerutscht, als die Rentnerin versucht habe, die Straße zu überqueren. Die Gefahr sei für die Rentnerin überhaupt nicht zu erkennen gewesen.

Nur zwei Löcher sind sachgemäß verschlossen gewesen

Nachdem das Opfer gerettet worden war, wurden die insgesamt fünf auf der Baustelle vorhandenen Schächte überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass lediglich zwei der fünf Löcher sachgemäß verschlossen waren. Auf Anordnung der Polizei musste die Baustelle deshalb sofort neu abgesichert werden. Gegen den verantwortlichen Bauleiter der für die SSB tätigen Firma wurde von den Beamten ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Er muss sich wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten.

Nach Angaben der SSB sollen die Schächte später Masten für die Fahrleitungen der neuen Stadtbahnlinie U 12 nach Dürrlewang aufnehmen.




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