Nach Terrorattacke in Solingen Göppingen fährt Polizeipräsenz beim Stadtfest hoch

Die Absperrbarrieren liegen am Stadtfestgelände vor dem Göppinger Rathaus schon bereit. Foto:  

Nach dem jüngsten Messerattentat von Solingen ist die Anspannung auch bei den Verantwortlichen für das Göppinger Stadtfest gewachsen. Stadt, Polizei und Veranstalter haben sich jetzt auf ein Sicherheitskonzept geeinigt. Das sind die Details.

Vom Amtszimmer des Oberbürgermeisters Alexander Maier hat man einen guten Blick auf das Gelände rund um den Göppinger Marktplatz. Dort und in der ganzen Innenstadt werden am Wochenende wieder tausende Menschen das Stadtfest feiern. Mit Live-Musik auf den Bühnen und vielen Ständen. So wie immer am letzten Sommerferien-Wochenende.

 

Keine Hinweise auf Gefahr in Göppingen

Doch etwas ist dieses Jahr anders. Am Tisch in eben jenem Amtszimmer des Rathauschefs trafen sich am Dienstagvormittag Vertreter der Stadtverwaltung, der Polizei und des Veranstalters Initiative Stadtfest zum Sicherheitsgespräch. Hintergrund ist die jüngste Terrorattacke beim Stadtfest im nordrhein-westfälischen Solingen, bei der drei Menschen durch Messerstiche starben und weitere schwer verletzt wurden.

Maier weist ausdrücklich darauf hin, dass es in Göppingen keinerlei Hinweise auf irgendeine eine Gefährdung gebe. Das Gespräch hatten die Beteiligten schon in der vergangenen Woche angekündigt. Am Dienstagmittag berichtete Maier über das Ergebnis: Vereinbart worden sei eine erhöhte Präsenz der Polizei und des als Polizeibehörde fungierenden Gemeindevollzugsdienstes (GVD) der Stadt, sagte Maier unserer Redaktion. Es sollen ständig Vertreter der Polizei oder des GVD auf dem Festgelände anwesend sein, kündigte Maier an. Das Stadtfest beginnt am frühen Freitagabend und endet am Sonntagabend.

Maier: Messer-Verbotszone ist „reine Symbolpolitik“

Zu der Frage, ob die Stadt eine Messerverbotszone einrichten werde, wie andere Kommunen, sagte Maier: „Waffen sind auf dem Festgelände ohnehin verboten.“ Eine Messerverbotszone ist in seinen Augen aber „reine Symbolpolitik und Augenwischerei“. Denn einen entschlossenen Angreifer würde ein solches Verbot nicht ernsthaft abschrecken. Polizei-Präsenz sei dagegen wirkungsvoller.

Zusätzlich werde die Stadt mit speziellen Absperrungen an den Zufahrten zur Festmeile für Sicherheit gegen Amokfahrten mit Fahrzeugen sorgen, so Maier. Diese seien nach der Drohung gegen den Göppinger Weihnachtsmarkt angeschafft worden und kommen nun erstmals beim Stadtfest zum Einsatz. „Da sind wir gut gesichert.“

CDU-Landeschef Hagel kommt zum Stadtfest

Maier ist überzeugt, dass es wieder ein schönes und friedliches Stadtfest wird. 100-prozentige Sicherheit könne es zwar nie geben. Auch in der Vergangenheit habe es schon Rangeleien gegeben, wenn manche zu lange feierten. Die Menschen sollten sich davon aber das friedliche Fest nicht verderben lassen.

Der CDU-Stadtverband Göppingen kündigt für Samstag, 7. September, zwischen 15.30 und 17 Uhr den Besuch von Manuel Hagel, CDU-Landesvorsitzender und Chef der CDU-Landtagsfraktion, auf dem Festareal in Göppingen an. Er wolle mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Der Stadtfeststand der Göppinger CDU ist an der Ecke Kellereistraße/Pfarrstraße.

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