Nach Tod von Godane Al-Shabaab schwört Rache

Von SIR/dpa 

Angst und Schrecken verbreitet die somalische Terrormiliz Al-Shabaab seit Jahren im Nordosten Afrikas. Auch ihr neuer Anführer verheißt nichts Gutes.

Angst und Schrecken verbreitet die somalische Terrormiliz Al-Shabaab seit Jahren im Nordosten Afrikas. Auch ihr neuer Anführer verheißt nichts Gutes.

Mogadishu - Die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz in Somalia hat nach der gezielten Tötung ihres Anführers Ahmed Abdi Godane Rache geschworen und zugleich dessen Nachfolger bestimmt. Der neue Anführer Ahmed Umar alias Abu Ubaida sei einstimmig gewählt worden, teilte ein Sprecher der militanten Islamisten in der Nacht zu Sonntag mit. Demnach war Ahmed Umar bislang ein Kommandeur in der Miliz sowie ein enger Vertrauter des getöteten Godane.

Die Gruppe schwor, ihren „Heiligen Krieg“ solange fortzusetzen, bis sie einen islamischen Staat am Horn von Afrika - das beschreibt die Region im Nordosten des Kontinents - errichtet hat.

Aus Furcht vor Vergeltungsaktionen der Miliz versetzte die somalische Regierung die Sicherheitskräfte im ganzen Land in höchste Alarmbereitschaft. Zugleich forderte sie die Anhänger der Miliz auf, sich zu ergeben. Al-Shabaab-Mitglieder hätten 45 Tage Zeit, um in den Genuss einer Amnestie zu kommen.

Die militanten Islamisten kämpfen seit Jahren gegen afrikanische Friedenstruppen im Land und die Zentralregierung in Mogadischu. Al-Shabaab wirft den Politikern eine islamfeindliche Gesetzgebung vor und setzt in den von ihr kontrollierten zentralen und südlichen Landesteilen eine strenge Auslegung der islamischen Rechtsprechung (Scharia) mit öffentlichen Hinrichtungen und Amputationen durch. 2012 schworen die somalischen Islamisten dem Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida, Aiman al-Sawahiri, Loyalität. Die USA führen Al-Shabaab seit Februar 2008 auf ihrer Terrorismusliste.

Der Milizsprecher bestätigte in seiner Erklärung, dass der bisherige Anführer Godane Anfang der Woche bei einem US-Luftschlag getötet worden war. „Den Tod unserer Gelehrten und Führer zu rächen, ist eine verbindliche Verpflichtung, die wir nie aufgeben und nicht vergessen, egal wie lange es dauert“, heißt es. Bei dem Luftangriff seien auch zwei weitere ranghohe Mitglieder ums Leben gekommen.

Nach US-Angaben wurde Godane bei einer gezielten amerikanischen Militäroperation in Somalia getötet. An der Operation von Spezialeinsatzkräften seien bemannte Flugzeuge und Drohnen beteiligt gewesen. Es seien mehrere Raketen vom Typ „Hellfire“ sowie lasergeführte Geschosse auf ein Camp der Gruppe südlich der Hauptstadt Mogadischu abgefeuert worden. Sein Tod sei „ein bedeutender operativer und symbolischer Verlust für die Al-Kaida-Verbündeten in Afrika“, betonte der Sprecher von Präsident Barack Obama, Josh Earnest.

Der Gewalt der Islamisten sind bereits Tausende Menschen zum Opfer gefallen. Al-Shabaab ist auch im Nachbarland Kenia aktiv. Godane hatte nach eigenen Angaben einen besonders schweren Anschlag in Auftrag gegeben. Im September 2013 stürmten Mitglieder der Gruppe das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi und töteten 67 Menschen. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta dankte der US-Regierung für die Tötung Godanes, wie die Zeitung „Daily News“ berichtete.

Nach nur einen Monat Amtszeit entließ die somalische Regierung am Sonntag Geheimdienstchef Abdullahi Mohamed Sanbalooshe. Hintergrund war dessen Vorgehen gegen Regierungskritiker und Medienvertreter, wie die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Regierungskreisen in Mogadischu erfuhr. Kurz vor der Entlassung Sanbalooshes waren zwei unabhängige Radiosender geschlossen worden. Drei in diesem Zusammenhang festgenommene Journalisten kamen später wieder frei. Nachfolger soll der bisherige Stellvertreter Mohamed Abdullahi Haamud werden.




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