Nach Tod von Kalinka In Frankreich inhaftierter Deutscher ist wieder frei

Von red/dpa 

Zu 15 Jahren Haft war der Deutsche Dieter Krombach in Frankreich verurteilt worden, weil er den Tod seiner 14-jährigen Stieftochter Kalinka im Jahr 1982 zu verantworten hat. Nun kommt er aus medizinischen Gründen auf freien Fuß.

Die Zeichnung aus dem Gericht zeigt den verurteilten Dieter Krombach im Jahr 2011, der nun aus der  französischen Haft entlassen wurde. (Archivbild) Foto: AFP/BENOIT PEYRUCQ
Die Zeichnung aus dem Gericht zeigt den verurteilten Dieter Krombach im Jahr 2011, der nun aus der französischen Haft entlassen wurde. (Archivbild) Foto: AFP/BENOIT PEYRUCQ

Paris - Der wegen des Todes seiner Stieftochter Kalinka in Frankreich inhaftierte Deutsche Dieter Krombach ist frei: Der 84-Jährige wurde am Freitag aus medizinischen Gründen auf freien Fuß gesetzt, wie es von Seiten der Ermittler hieß. Der frühere Kardiologe saß in der Nähe von Paris eine 15-jährige Haftstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge ab.

Krombach stand jahrelang im Zentrum einer deutsch-französischen Justiz-Saga. Er war Ende 2012 in einem Berufungsverfahren in Frankreich wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu der 15-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Gericht machte ihn für den Tod seiner 14-jährigen Stieftochter Kalinka im Jahr 1982 verantwortlich.

Täter war nach Frankreich verschleppt worden

Die Jugendliche war tot in ihrem Bett in Krombachs Haus in Lindau am Bodensee gefunden worden. Kalinkas leiblicher Vater, der Franzose André Bamberski, war überzeugt, dass der Stiefvater das Mädchen vergewaltigt und anschließend getötet hatte, um die Tat zu vertuschen. Krombach beteuerte stets seine Unschuld.

In Deutschland wurden die Ermittlungen gegen Krombach wegen Kalinkas Tod eingestellt. In Frankreich wurde er dagegen zunächst in Abwesenheit verurteilt. Der leibliche Vater Bamberski ließ Krombach daraufhin 2009 von seinem Wohnort in Bayern gewaltsam in die elsässische Stadt Mülhausen verschleppen. Kurz darauf wurde er gefesselt, geknebelt und mit Verletzungen im Gesicht beim Gericht von Mülhausen gefunden.

In Frankreich wurde daraufhin in zwei Instanzen die 15-jährige Haftstrafe festgesetzt. Kalinkas Vater Bamberski wurde wegen Krombachs Verschleppung ebenfalls verurteilt: Er erhielt ein Jahr Haft auf Bewährung.