Nach Trennung von Schindelmeiser Reschke beim VfB Stuttgart als Nachfolger im Gespräch

Von red/sid 

Nach der Entlassung von Jan Schindelmeiser als Sportvorstand des VfB Stuttgart soll Medienberichten zufolge der Kaderplaner des FC Bayern, Michael Reschke den vakanten Posten übernehmen.

Beim VfB Stuttgart gibt es einen Wechsel auf dem Posten des Sportvorstandes. (Symbolbild) Foto: Pressefoto Baumann
Beim VfB Stuttgart gibt es einen Wechsel auf dem Posten des Sportvorstandes. (Symbolbild) Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Sie hatten lange stillgehalten beim VfB Stuttgart, doch jetzt zogen sie die Notbremse: Überraschend für Außenstehende trennte sich der Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga knapp zwei Wochen vor Saisonbeginn von Sportvorstand Jan Schindelmeiser. „Nach intensiven Gesprächen“, teilte der Aufsichtsrat mit, habe das Gremium beschlossen, die Zusammenarbeit zum 30. September zu beenden, von seinen Aufgaben sei er ab sofort entbunden.

Nachfolger soll nach Informationen von Bild Michael Reschke werden, der seit Sommer 2014 als „Technischer Direktor“ Kaderplaner des FC Bayern München ist. Die hochgeschätzte „Spürnase“ ist beim deutschen Rekordmeister neuerdings Sportdirektor Hasan Salihamidzic unterstellt.

Schon seit Wochen hatte es Hinweise gegeben, dass die Chemie im Roten Haus in Bad Cannstatt nicht mehr stimmt. „Schindelmeisers Soli führen immer öfter ins Abseits“, titelten Stuttgarter Zeitungen, es mehrten sich die Zweifel, ob der gebürtige Flensburger den VfB für die Bundesliga fit machen könne, seine Alleingänge weckten Misstrauen bei seinen Vorgesetzten und Kollegen.

Was am Freitag also wie ein Paukenschlag klang, hatte sich in Wahrheit abgezeichnet. „Wir bedauern diesen Schritt“, ließ der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Dietrich am Freitagnachmittag ausrichten, er und seine Kollegen seien jedoch nicht mehr davon überzeugt gewesen, „dass die Umsetzung unserer Ziele und der getroffenen Absprachen in der bisherigen Personalkonstellation zu erreichen sind“. Der VfB Stuttgart stehe „über allem“, es sei daher „unsere absolute Pflicht“, Entscheidungen nur im Sinne des Vereins zu treffen. Schindelmeiser war erst am 8. Juli 2016 als Nachfolger von Robin Dutt als Vorstand Sport beim VfB installiert worden.

Von 2006 bis 2010 hatte Schindelmeiser bei Hoffenheim gearbeitet

Von 2006 bis 2010 hatte er bei 1899 Hoffenheim gearbeitet. In Stuttgart sorgte der 53-Jährige früh für Aufsehen, als er den vor seinem Amtsantritt verpflichteten Trainer Jos Luhukay mehr oder weniger zur Aufgabe verleitete. Die beiden hatten sich über die Personalentscheidungen von Schindelmeiser zerstritten. Unter dem jungen Trainer Hannes Wolf gelang dem VfB der am Ende souveräne Aufstieg, doch Schindelmeiser verhielt sich schon während der vergangenen Saison angeblich zunehmend eigenwillig und eigensinnig.

Der von Dietrich versprochene Austausch, etwa mit Jugendkoordinator Marc Kienle oder Thomas Hitzlsperger, der Mitglied des Präsidiums ist, soll nicht mehr stattgefunden haben. Seine Personalentscheidungen sorgten für Kopfschütteln. Zum Abschied gab es die üblichen warmen Worte, Schindelmeiser habe „einen wichtigen Teil dazu beigetragen, dass der Mannschaft der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga gelungen ist“, teilte der Verein mit. Was er am Freitag nicht sagte: Die Kaderplanung für die kommende Saison gilt intern als wenig bis nicht ausgereift. Eine echte Verstärkung fehlt bislang, auch wenn Holger Badstuber am Freitag kurz vor der Vertragsunterschrift stand. Schindelmeiser hatte offensichtlich keine Fürsprecher mehr im Verein. Der teilte auch mit: „Der Beschluss erfolgte einstimmig und wird vom verbleibenden Vorstand uneingeschränkt mitgetragen. In den nächsten Tagen wird eine reibungslose Übergabe des Aufgabenbereichs erfolgen.“