Nach Unfall mit Mietwagen in Stuttgart Fahrlehrer für PS-Beschränkung bei Fahranfängern

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In der Debatte nach dem Unfall mit einem 550 PS starken Jaguar bezieht der Fahrlehrerverband klar Stellung: Der Vorsitzende Jochen Klima würde eine Begrenzung für junge Fahrer begrüßen. Doch die wäre nicht unproblematisch.

Bei dem Unfall mit dem PS starken Jaguar kamen zwei Personen ums Leben. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat
Bei dem Unfall mit dem PS starken Jaguar kamen zwei Personen ums Leben. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Stuttgart - Ist es gut, wenn ein Fahranfänger einen Wagen mit 550 PS zur Verfügung gestellt bekommen? Diese Frage wird diskutiert, seit bekannt wurde, dass in der Nacht zum Donnerstag ein 20-Jähriger mit einem dermaßen stark motorisierten Jaguar an der Rosensteinstraße in Stuttgart einen Unfall verursacht hat, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. „Nein, das ist nicht gut“, sagt dazu einer, der sich mit jungen Autofahrern auskennt: Jochen Klima ist der Vorsitzende des Fahrlehrerverbands Baden-Württemberg. Er spricht sich für eine Altersbeschränkung aus in Bezug auf das Fahren von PS starken fahrzeugen. „Das wäre unbestritten sinnvoll“, denn die jungen Fahrer im Alter zwischen 18 und 25 seien zum einen sehr risikobereit, zum anderen fehle es ihnen an Fahrpraxis.

Bei Motorradfahrern gibt es eine PS-Beschränkung

Die Durchsetzung einer solchen PS-Beschränkung sei hingegen schwierig, und daran könnte sie in der Praxis scheitern, fügt Klima hinzu. „Die Zielgruppe, 18 bis 25 Jahre alt und männlich, zeichnet sich leider auch dadurch aus, dass sie sich nicht an Verbote hält“, nennt er ein Argument. Da sind dann die Ordnungshüter mit Überwachungen gefragt, doch auch die können nicht überall sein, wo junge Raser unterwegs sind.

Wer eine PS-Beschränkung fordert, der zieht häufig den Vergleich zu Motorrädern. Dort dürfen Anfänger noch nicht die ganz starken Maschinen fahren. Aber in der Handhabung einer PS-Beschränkung sieht Klima einen klaren Unterschied zu Autos: „Ein Motorrad ist in den allemeisten Fällen ein Hobbyfahrzeug. Beim Auto ist das anders, das ist ein Fortbewegungsmittel der ganzen Familie“, so Klima. Wenn nun das Familienmobil einen Motor habe, der ein paar PS über der Beschränkung liege, dürfe eine Tochter oder ein Sohn das Fahrzeug mit frischem Führerschein nicht fahren. „Das zu unterscheiden wäre aber nicht möglich“, sagt der Vorsitzende des Fahrlehrerverbands.




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