Blamage der DFB-Elf in der WM-Qualifikation Timo Werner spöttisch zum „Ehrenbürger“ Nordmazedoniens ernannt

Die skurrile Szene passt in Werners derzeitige Situation. Den Querpass von Ilkay Gündogan hätte er vor einiger Zeit noch mit verbundenen Augen verwandelt. Doch in Duisburg stümperte er den Ball aus sieben Metern neben das halbleere Tor. Foto: dpa/Martin Meissner
Die skurrile Szene passt in Werners derzeitige Situation. Den Querpass von Ilkay Gündogan hätte er vor einiger Zeit noch mit verbundenen Augen verwandelt. Doch in Duisburg stümperte er den Ball aus sieben Metern neben das halbleere Tor. Foto: dpa/Martin Meissner

Timo Werner war bei der Blamage gegen Nordmazedonien die tragische Figur. Die vergebene Monsterchance zum 2:1 passt ins Bild.

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Duisburg - Auf diese spöttische Auszeichnung hätte Timo Werner nach seiner Slapstick-Einlage liebend gerne verzichtet. Der glücklose Nationalstürmer wurde nach der vergebenen „Jahrtausendchance“ (SZ) kurzerhand zum „Ehrenbürger“ Nordmazedoniens ernannt: Verschiedene Medien des Landes bildeten den Pass mit Werners Namen und Foto am Donnerstag ab.

Lesen Sie hier: Was ist nur mit Timo Werner los?

Dabei war der 25-Jährige wahrlich gestraft genug. Nach seinem unerklärlichen Fehlschuss in der 80. Minute beim Stand von 1:1 sank Werner ungläubig in die Hocke und verharrte mit gesenktem Kopf sekundenlang im Fünfmeterraum. Werner bot ein Bild des Jammers und wäre in diesem Moment wohl am liebsten im Boden versunken.

„Das war ein Knacks für die Mannschaft, dass wir die Chance ausgelassen haben“, sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der peinlichen 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den krassen Außenseiter: „Er macht sich selbst wahrscheinlich die größten Vorwürfe. In solchen Situationen hat der Timo in der Vergangenheit schon bewiesen, dass er sie auch richtig löst und Tore erzielt.“

Auch in London hat Werner die Erwartungen noch nicht erfüllt

Die skurrile Szene passt in Werners derzeitige Situation. Den Querpass von Ilkay Gündogan hätte er vor einiger Zeit noch mit verbundenen Augen verwandelt. Doch in Duisburg stümperte er den Ball aus sieben Metern neben das halbleere Tor. Seine Mitspieler zeigten Mitgefühl. „Es tut mir leid für den Timo. Er ist derjenige, der das Tor am allermeisten machen will in so einer Situation“, sagte Gündogan.

Doch Werner steckt in der Krise - beim FC Chelsea und in der Nationalmannschaft. Löw lobte ihn zwar zuletzt noch einmal als „brandgefährlichen Spieler mit unglaublicher Schnelligkeit“, doch seine Bilanz des Dreierpacks in der WM-Qualifikation fiel mit drei Einwechslungen und zwei vergebenen Großchancen ernüchternd aus.

Den selbstbewussten Werner, der steil geschickt wird und eiskalt abschließt, ihn gibt es derzeit nicht. Chelsea-Teammanager Thomas Tuchel wird in den kommenden Tagen und Wochen viel Aufbauarbeit verrichten müssen. 

Auch in London hat Werner seit seinem Wechsel von RB Leipzig im vergangenen Sommer für 53 Millionen Euro die Erwartungen noch nicht erfüllt. Ein Tor in 13 Premier-League-Spielen in diesem Jahr ist für seinen Anspruch viel zu wenig. „Es ist frustrierend, ihm zuzuschauen“, kommentierte TV-Experte Rio Ferdinand. 

In 1000 Minuten Torflaute vergab Werner so viele Chancen, dass enttäuschte Fans daraus YouTube-Zusammenschnitte bastelten. Die vergebene Monsterchance im DFB-Trikot passt da natürlich perfekt rein. Zumindest dürfte sie einen Platz in vielen Sport-Jahresrückblicken sicher haben. Noch so eine zweifelhafte Ehre.




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