Nach vierfacher Tötung in Potsdam Prozess gegen Pflegerin des Oberlinhauses beginnt

Der ehemaligen Mitarbeiterin des Oberlinhauses wird vorgeworfen, Foto: imago images/Jan Huebner/Blatterspiel via www.imago-images.de
Der ehemaligen Mitarbeiterin des Oberlinhauses wird vorgeworfen, Foto: imago images/Jan Huebner/Blatterspiel via www.imago-images.de

Nach dem vierfachen Tötungsdelikt in einer Potsdamer Behinderteneinrichtung hat vor dem Landgericht der brandenburgischen Landeshauptstadt der Prozess gegen die 52-jährige tatverdächtige Pflegerin begonnen.

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Potsdam - Nach dem vierfachen Tötungsdelikt in einer Potsdamer Behinderteneinrichtung Ende April hat am Dienstag vor dem Landgericht der brandenburgischen Landeshauptstadt der Prozess gegen die 52-jährige tatverdächtige Pflegerin begonnen. Zum Auftakt wurde die Anklage verlesen. Ines Andrea R. werden Mord in vier Fällen sowie versuchter Mord in drei Fällen jeweils in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zur Last gelegt.

Der ehemaligen Mitarbeiterin des Oberlinhauses wird vorgeworfen, am Abend des 28. Aprils zuerst versucht zu haben, zwei Menschen der Einrichtung durch Würgen zu töten. Einen Mann habe sie anschließend tot gewähnt. Von einer Frau habe sie abgelassen, weil es ihr zu „anstrengend“ gewesen sei.

Eines der Opfer überlebte knapp

Danach habe sie aus ihrer Tasche ein elf Zentimeter langes Keramikmesser geholt und damit vier Menschen mit Behinderungen - zwei Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 31 und 56 Jahren - heimtückisch getötet. Im Anschluss daran habe sie dies auch bei einer weiteren 43-jährige Bewohnerin versucht. Die Frau überlebte dank einer Notoperation den Angriff mit schweren Verletzungen.

R. arbeite laut Anklage im Spätdienst. Zwei Pfleger, die mit ihr arbeiteten, seien zur Tatzeit mit Verwaltungsarbeiten beschäftigt gewesen. „Die Angeklagte nutzte aus, dass die beiden Kollegen mit anderen Tätigkeiten beschäftigt waren“, sagte die Staatsanwältin. Ihr sei zudem bewusst gewesen, dass ihre Opfer schwer geschädigte Menschen waren - „Menschen, die sich nicht wehren konnten“.

Mutmaßliche Täterin ist in Psychatrie

Im Anschluss an die Anklageverlesung berichtete R. ausführlich über ihr Leben. Die 52-Jährige erzählte dabei unter anderem von einer psychischen Erkrankung, ihrer Kindheit, ihrem Arbeitsalltag wie auch von ihren beiden Söhnen, von denen einer schwerbehindert ist.

Die Opfer der Tat waren im April im Thusnelda-von-Saldern-Haus in Potsdam gefunden worden, einer Einrichtung des diakonischen Anbieters Oberlinhaus. Polizisten entdeckten die vier Todesopfer in verschiedenen Zimmern, der Einsatz war durch einen Notruf ausgelöst worden.

R. wurde unmittelbar danach unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Sie ist inzwischen in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht und soll nach einer ersten Einschätzung vermindert schuldfähig sein. Für den Prozess sind bis Anfang Dezember zehn Verhandlungstage angesetzt.




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