Nach Vorfall auf A81 Rettungsgasse durchfahren, Sanitäterin geschlagen – wie geht es jetzt weiter?

Rettungsgasse durchfahren, Körperverletzung, Gefährdung des Straßenverkehrs, Alkohol am Steuer – der Mann hat sich einiges zuschulden kommen lassen. Foto: Murat/dpa

Der Vorfall auf der A81 bei Ludwigsburg, bei dem ein Mann die Rettungsgasse durchfuhr und mehrere Unfälle verursachte, hat einiges Aufsehen erregt.

Ein junger Mann fährt am Mittwoch auf der A 81 durch eine Rettungsgasse, verursacht mehrere Unfälle und geht anschließend auf eine Sanitäterin und die Polizei los: Welche Konsequenzen erwarten den Fahrer für sein Handeln?

 

Dazu sei gesagt: Das Durchfahren der Rettungsgasse dürfte noch das geringste der Probleme für den 27-jährigen Unfallfahrer sein. Denn dabei handelt es sich lediglich um eine Ordnungswidrigkeit. Deutlich schwerer wiegen die anderen Vergehen. „Mutmaßlich war der Mann alkoholisiert, das ist ein Straftatbestand“, erklärt eine Sprecherin der Polizei. Gleiches gilt für den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und den Angriff auf die Rettungssanitäterin. Ermittelt wird daher unter anderem wegen Körperverletzung, Gefährdung des Straßenverkehrs und Alkohol am Steuer.

Anders sieht es bei dem unerlaubten Durchfahren der Rettungsgasse aus. „Bei allem, was mit diesem Thema zu tun hat, ob jemand sie unerlaubt durchfährt oder gar keine bildet, handelt es sich um Ordnungswidrigkeiten“, erklärt die Sprecherin der Polizei. Die Folgen sind grundsätzlich zwei Punkte in Flensburg sowie einen Monat Fahrverbot. Eine Rettungsgasse muss immer dann gebildet werden, sobald der Verkehr stockt, nicht erst bei einem richtigen Stau. Und zwar immer zwischen der am weitesten linken und der danebenliegenden Spur.

Bußgeld liegt bei mindestens 230 Euro

Das Bußgeld für das Nicht-Bilden einer Rettungsgasse beginnt bei knapp 230 Euro, wer zusätzlich noch Einsatzfahrzeugen den Weg versperrt oder die Rettungsgasse sogar noch befährt, kommt auf minimum 268,50 Euro. Teurer wird es, wenn es in der Folge zu einer Gefährdung von Menschen oder einem Unfall kommt, der Satz liegt dann in allen drei Fällen bei knapp 350 Euro.

Der besagte Unfall ereignete sich am Mittwoch gegen 15.30 Uhr auf der A 81 zwischen Ludwigsburg-Süd und -Nord. Dort hatte sich ein Stau gebildet, die beteiligten Fahrzeuge bildeten eine Rettungsgasse. Der 27-Jährige nutzte die Gelegenheit und fuhr hindurch, woraufhin er mehrere Fahrzeuge beschädigte. Der Schaden wird auf 100 000 Euro geschätzt. Da der Mann gegenüber den Einsatzkräften gewalttätig wurde und in der Folge immer mehr außer sich geriet, wurde er vorübergehend in die Psychiatrie gebracht.

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