Nach Wahldebakel in Ludwigsburg Beamtenschule: Neuer Job für Ex-Kanzler
Seine sicher geglaubte Wiederwahl als Kanzler der Beamtenhochschule Ludwigsburg war spektakulär gescheitert. Nun hat Henrik Becker einen neuen Job – in Mannheim.
Seine sicher geglaubte Wiederwahl als Kanzler der Beamtenhochschule Ludwigsburg war spektakulär gescheitert. Nun hat Henrik Becker einen neuen Job – in Mannheim.
Gut ein Jahr nach seiner überraschend gescheiterten Wiederwahl hat der einstige Kanzler der Beamtenhochschule in Ludwigsburg, Henrik Becker, einen neuen Job. Seit Anfang Juli führt der in Medizin promovierte Jurist als Präsident die private Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) in Mannheim; zugleich wurde er dort als Professor für Organisationsmanagement berufen. Dies bestätigte auf Anfrage eine Sprecherin der Hochschule. Becker übernehme das Amt von Perizat Daglioglu, die nach sechs Jahren als Präsidentin als Geschäftsführerin zum Studierendenwerk Heidelberg wechselte.
Die staatlich anerkannte, von einer gemeinnützigen Gesellschaft getragene Hochschule hat 2011 den Studienbetrieb aufgenommen. Aktuell sind dort 260 Studierende eingeschrieben. In einer praxisnahen Ausbildung mit engem Bezug zu Unternehmen sollen sie das Rüstzeug für den Ein- und Aufstieg im Beruf erhalten. Becker verkündete im Berufsnetzwerk Linkedin einen „Neuanfang mit Verantwortung und Vision“; er übernehme eine „spannende Aufgabe in bewegten Zeiten“.
An der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg hatte Beckers Wiederwahl als Kanzler – also Verwaltungschef – nach einer Amtsperiode als sicher gegolten. Obwohl er der einzige zugelassene Kandidat war, verfehlte er jedoch in mehreren Wahlgängen die notwendige Mehrheit. Daraufhin wurde die Wahl für gescheitert erklärt und die Position neu ausgeschrieben. Becker bewarbt sich nicht erneut, Anfang 2025 wurde der Jurist Markus Dammler zu seinem Nachfolger gewählt.
Als Drahtzieher hinter der gescheiterten Wahl wurden vor allem Professorinnen und Professoren der Beamtenhochschule vermutet. Becker soll gegenüber ihnen nicht immer den richtigen Ton getroffen haben. Zusätzlich habe er sich unbeliebt gemacht, indem er Nebentätigkeiten kritisch hinterfragt habe. Nach der Wahlschlappe war er kaum noch in Ludwigsburg gesehen worden.