Nachfolger für die Gaststätte in Neuhausen Der neue Saalbau-Pächter setzt auf schwäbische Küche
Mit Stavros Skopakis übernimmt ein alter Bekannter ab Herbst 2024 den Saalbau. Zuvor saniert die Gemeinde das Traditionslokal etwa ein halbes Jahr lang.
Mit Stavros Skopakis übernimmt ein alter Bekannter ab Herbst 2024 den Saalbau. Zuvor saniert die Gemeinde das Traditionslokal etwa ein halbes Jahr lang.
Die Ungewissheit hat ein Ende. Der Saalbau in Neuhausen hat neue Pächter. Stavros Skopakis und seine Frau Athina übernehmen voraussichtlich im Herbst 2024 das Traditionslokal der Vereine. Der langjährige Wirt des Schützenhauses ist in der Fildergemeinde bestens bekannt. Er wird in seinem neuen Lokal den Schwerpunkt auf schwäbische Küche legen. Zuvor renoviert die Gemeinde die historische Gaststätte an der Kirchstraße, die seit 1970 im Besitz der Gemeinde ist. Dafür rechnet die Kommune mit Kosten von 700 000 Euro.
Ende März geht der Gastronom Rudolf Kaiser, den alle „Rudi“ nennen, in den Ruhestand. Mit seiner schwäbischen Küche und seiner ebenso souveränen wie freundlichen Art hat der Gastgeber das Gesicht des Hauses geprägt. Der frischgebackene Opa hatte schon lange ans Aufhören gedacht: „Das ist ein Knochenjob“, sagte er im Frühjahr. Mit 65 Jahren sei das kaum noch machbar. Denn zum dem Lokal gehört auch der große Saal mit bis zu 200 Gästen. Da nach der Corona-Zeit viele Hochzeiten nachzuholen waren, hat Kaiser aber dem Stammpublikum zuliebe doch weitergemacht. Am 31. März soll nun aber endgültig Schluss sein. Jetzt freut sich der leidenschaftliche Radler auf den Ruhestand und auf die Zeit mit seiner Familie.
Lange war unklar, ob sich für das Traditionslokal ein Pächter findet. Denn die Kombination von uriger Gaststätte und Festsaal fordert Gastronomen heraus. Seit dem Frühjahr dieses Jahres lief die Suche nach einer Nachfolge. Aus dem regen Vereinsleben Neuhausens ist der Saalbau nicht wegzudenken. Am 11. November feierte der Narrenbund dort seinen Fasnetsauftakt, weil die Egelseehalle saniert wird. Dieses wichtige Lokal zu erhalten, war den Kommunalpolitikern in Neuhausen ein Anliegen.
Deshalb hat eine Arbeitsgruppe des Gemeinderats detailgenau ein Sanierungskonzept ausgearbeitet, um einem neuen Pächter eine gute Perspektive zu bieten. Die Küche etwa muss dringend auf den neuen Stand gebracht werden. Aber auch die Gaststätte selbst braucht dringend neuen Schliff. Wichtig ist den Kommunalpolitikern, dass der neue Pächter in die Sanierung eingebunden wird und seine Wünsche äußern darf. In die Pläne für den Erhalt des Lokals haben die Ehrenamtlichen viel Zeit investiert. Wenn Rudolf Kaiser am 31. März 2024 aufhört, rücken sofort die Bauarbeiter an. Dann bleibt das Lokal etwa sechs Monate lang geschlossen.
Nicht zuletzt das Engagement der Gemeinde hat das Ehepaar Skopakis überzeugt. „Das Schützenhaus nahe dem Stadion hat einen schönen Biergarten, aber das Lokal ist sehr klein“, findet der 52-jährige Gastronom. Da stieß er etwa an Grenzen, wenn seine Stammgäste bei ihm Hochzeit feiern wollten. Zwar hat er den Außenbereich mit einem Zelt überdacht, aber drinnen sind die Möglichkeiten sehr beengt. „Es war klar, dass wir uns vergrößern müssen“, sagt der künftige Saalbau-Geschäftsführer, der in der Vereinsszene bestens vernetzt ist. Der Saalbau sei für ihn auch deshalb eine wunderbare Perspektive, „weil ich die Menschen hier kenne und weiß, was sie mögen.“ Und das Ehepaar Skopakis will ein „Familienbetrieb“ bleiben. Der kommunikative Grieche liebt es, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Das Schützenhaus führt das Ehepaar Skopakis künftig parallel weiter. Dort bieten die Gastgeber „gutbürgerliche Küche aus Griechenland, Deutschland und dem Balkan“.
Im Saalbau soll die Speisekarte wie bisher ganz von schwäbischer Küche geprägt sein. Der neue Pächter stellt zwei Köche ein, die da ihre Stärken hätten. „Bei Festen und Hochzeiten richten wir uns nach den Wünschen der Gäste“, sagt Stavros Skopakis. Wenn also ein französisches oder griechisches Buffet gewünscht wird, mache man das möglich.