Nachfrage für neue Heizungen in Stuttgart Stadt verdoppelt Millionenzuschuss für Wärmepumpen

Mit einer Wärmepumpe können aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme werden. Foto: dpa/Moritz Frankenberg

Vor Kurzem noch zeigte sich die Landeshauptstadt beim Einbau einer neuen Gasheizung spendabel. Inzwischen fließt Fördergeld für Technik, die das Klima schützen soll.

Wer seine Heizung modernisiert oder im Neubau die Wahl hat, sollte für den Umweltschutz zu einer Technik greifen, die mit erneuerbaren Energien arbeitet. Diese Investition kann gegenüber der klassischen Gasheizung oft noch mit Mehrkosten verbunden sein. Die Stadt hat deshalb ein Förderprogramm für den Einsatz von Wärmepumpen aufgelegt. Die Nachfrage nach Zuschüssen übersteigt die Erwartungen bei Weitem. Nun will die Stadt eine Millionensumme nachlegen.

 

Die Nachfrage zieht an

Seit November 2020 können pro Antrag maximal 200 000 Euro aus dem Wärmepumpenprogramm abgerufen werden. Die ausgezahlten Zuschüsse lagen bis zur jüngsten Erhebung im Februar 2023 deutlich darunter. Im Schnitt bekam jeder Antragsteller 7933 Euro für seine Wärmepumpe. 1,436 Millionen Euro sind damit für 181 Haushalte bereits geflossen, der Fördertopf war mit zwei Millionen gefüllt und reicht absehbar nicht aus, um die bis Februar vorgelegten weiteren 217 Anträge zu bedienen. Die Entwicklung ist dynamisch: Im ersten Jahr gingen 108 Anträge ein, zwischen November 2021 und Februar 2023 bereits 290. In diesem Zeitraum waren die Gas- und Ölpreise stark gestiegen. Der Gemeinderat soll daher zu den bereitgestellten zwei Millionen am 5. Juli eine weitere Million Euro freigeben und noch eine Million Euro als Vorbelastung für den Etat 2024 beschließen, die bisherige Summe soll also glatt verdoppelt werden.

Der Rat hat mit großer Mehrheit beschlossen, dass Stuttgart bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein soll. Dem Umbau der Wärmeversorgung kommt dabei eine große Bedeutung zu. Die Wärmepumpen-Technik sei „ein elementarer Baustein für die zukünftig klimaneutrale Versorgung“, urteilt die Fachverwaltung mit Umweltbürgermeister Peter Pätzold (Grüne) an der Spitze. Mit dem Förderprogramm werde „die Realisierung von Wärmepumpen entscheidend beeinflusst“, so das von der Stadt unterstützte Energieberatungszentrum. Die Eigentümer bräuchten Planungssicherheit. Gut für die Antragsteller: Eine Mehrfachförderung, also die Kombination mit Programmen von Bund und Land, ist von städtischer Seite aus möglich. Was allerdings nicht geht, ist die Doppelung mit dem städtischen Heizungsaustauschprogramm für Kohleöfen und Ölkessel. Wer diese gegen eine Wärmepumpe, eine Pelletheizung (nicht in der Innenstadt und Bad Cannstatt) oder einen Fern- oder Nahwärmeanschluss tauscht, kann zwischen 5000 Euro (unter 30 Kilowatt Leistung) und 25 Prozent der Bruttoinvestitionskosten (über 50 kW) erhalten. Zudem zahlt die Stadt im Heiztauschprogramm Zuschüsse für die Entsorgung der Tankanlage (500 Euro), die Errichtung eines Pelletlagers (2000 Euro), den Nah-/Fernwärmeanschluss (5000 Euro) und Erdsonden, -kollektoren oder einen Eisspeicher (5000 Euro). Voraussetzung ist ein Energieberatungsprotokoll.

Mehrfachförderung ist möglich

Beim Wärmepumpenprogramm spendiert die Stadt zwischen 2500 Euro (bis 30 kW) und 20 Prozent der Bruttoinvestitionskosten (über 50 kW). Auch hier gibt es je Sonde 5000 Euro, bei der Nutzung von Abwasserwärme 20 Prozent und 500 Euro je Raum, in dem eine bestehende Heizung angepasst werden muss. Die eingesetzte Wärmepumpe muss auf der Liste der förderfähigen Anlagen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stehen.

Weitere Themen