InterviewVorsitzender der MHP Riesen Ludwigsburg Alexander Reil: „Die Chancen bei Elias Harris liegen bei null Prozent“

Elias Harris zieht zum Korb – und bald nach Spanien? Foto: Pressefoto Baumann
Elias Harris zieht zum Korb – und bald nach Spanien? Foto: Pressefoto Baumann

Die MHP Riesen sind Tabellenführer der Basketball-Bundesliga und empfangen am Dienstag die Hamburg Towers. Der Vorsitzende Alexander Reil zieht ein Zwischenfazit.

Sport: Joachim Klumpp (ump)

Ludwigsburg - Die MHP Riesen Ludwigsburg sorgen auch in dieser Saison für Furore in der Basketball-Bundesliga – und sind vor der Partie am Dienstag (20.30 Uhr) gegen die Hamburg Towers Tabellenführer. Das kommt überraschend, selbst für den Vorsitzenden Alexander Reil. Doch es gibt auch Sorgen.

Herr Reil, im Sommer wurde die Mannschaft der MHP Riesen überraschend Vizemeister, jetzt ist sie quasi Weihnachtsmeister in der Basketball-Bundesliga. Wie erklären Sie diese sportliche Erfolgsgeschichte?

Wir haben es letzte Saison und in dieser bis jetzt auch geschafft, eine optimale Mischung von Spielern in der Mannschaft zu haben, die mit viel Energie und Leidenschaft auftritt. Es war keine Selbstverständlichkeit, nach dem Final-Turnier in München wieder so einen Kader zusammen zu stellen. Aber bis jetzt ist es scheinbar ganz gut gelungen.

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Der Erfolg weckt immer Begehrlichkeiten. Ihr deutscher Top-Spieler Elias Harris besitzt eine Ausstiegsklausel zum Jahresende und wird mit dem spanischen Club Zaragoza in Verbindung gebracht. Wie groß ist die Hoffnung, ihn doch noch in Ludwigsburg halten zu können?

Realistisch betracht bei null Prozent. Das Thema ist mehr oder weniger entschieden.

Die Konkurrenz lockt mit Geld, wie sind die Riesen denn durch dieses Corona-bedingt so schweres Jahr 2020 gekommen?

Zunächst einmal trifft die Situation jeden Club, und das nicht nur im Basketball. Wir haben sicher den großen Vorteil, dass wir über all die Jahre sehr gut gewirtschaftet haben, so dass wir auch ein paar ,Reserven’ zur Seite legen konnten. Natürlich haben wir auch die staatlichen Zuschüsse beantragt – und erhalten, das hilft in so einer schwierigen Situation, die Zeit zu überstehen.

Blicken Sie mal in die Glaskugel. Wann rechnen Sie denn wieder mit einer zumindest ordentlichen Kulisse in der MHP-Arena?

Das ist schwer zu prognostizieren. Aber ich kalkuliere damit, dass wir das diese Saison nicht mehr haben. Und somit frühestens zur neuen Saison vor einer entsprechenden Zuschauerzahl spielen werden.

Wann kommen wieder Fans?

Wie schwierig macht das dann die Planung für das nächste Jahr beziehungsweise auch schon die Saison 2021/22?

Zunächst einmal haben die Sponsoren bei vielen Clubs eine hohe Loyalität gezeigt. Wie lange das anhält, wenn sich die Lage nicht gravierend ändert, das muss man dann noch sehen. Deshalb hoffe ich stark, dass im September/Oktober wieder Spiele mit Zuschauern im Normalformat stattfinden werden – sonst wird es sicher für viele Clubs immer schwieriger.

Wie sieht es mit einem nachträglichen Weihnachtsgeschenk in Form einer Vertragsverlängerung mit dem Trainer John Patrick aus?

Da werden wird uns dieser Tage mal zusammensetzen und dann schauen, wie es ausgeht. Das bedurfte zuletzt keiner absoluten Eile, aber an das Thema gehen wir ran. Und natürlich spricht nichts gegen John Patrick.

Der nächste Gegner, die Hamburg Towers, sind eine der Überraschungen der bisherigen Saison aus einer Millionenstadt. Das müsste ja in ihrer Funktion als BBL-Präsident ein erfreuliches Zeichen für die Liga sein.

Absolut. Ich habe immer gesagt, dass Hamburg ein Riesenpotenzial besitzt, zudem scheint es so, dass man jetzt auch die entsprechenden Strukturen geschaffen hat, um den nächsten Schritt zu gehen. Das freut mich als Liga-Präsident – denn das tut dem Basketball insgesamt gut.

Letzte Frage: Sie haben in Corona-Zeiten bewusst auf die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb verzichtet. Wie froh sind Sie denn darüber, wenn man sieht, dass es doch immer wieder Corona-Infektionen bei den beteiligten Teams gibt?

Alles richtig gemacht!

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