Nachgefragt: Markus Birkle „Es geht immer um Austausch“

Von Bernd Haasis 

Der Stuttgarter Gitarrist Markus Birkle erklärt im Interview, wieso das Stuttgarter Trio Netzer immer noch frisch klingt und was es bedeutet, mit den Fantastischen Vier im Stadion zu spielen.

Der Drummer Oli Rubow, der Gitarrist Markus Birkle und der Bassist Markus Bodenseh (von links) sind das Trio Netzer Foto: /Johanna Diehl
Der Drummer Oli Rubow, der Gitarrist Markus Birkle und der Bassist Markus Bodenseh (von links) sind das Trio Netzer Foto: /Johanna Diehl

Stuttgart - Intensives Zusammenspiel prägt den Groove-Jazz-Rock des Stuttgarter Trios Netzer, das sich nach dem berühmten Fußballer und früheren Fußball-Kommentator Günther Netzer benannt hat.

Herr Birkle, die damals als „NuJazz“ bezeichnete Musik von Netzer war im Gründungsjahr 1998 hart am Puls der Zeit – wie gelingt es Ihnen, frisch zu bleiben?

Ich glaube, Musik, die auf Kommunikation wurzelt, bleibt immer auf eine Art frisch, wenn man nicht in eingefahrene Muster verfällt. Uns verbindet eine wirklich tiefe Freundschaft, sowohl musikalisch als auch menschlich. Wir sehen uns wahnsinnig gerne, was womöglich daran liegt, dass wir uns nicht allzu oft sehen. Durch den Abstand können wir uns immer wieder selbst überraschen. Letzten Endes geht es immer um den Austausch. Bei jedem von uns passiert zwischen den Gigs eine Menge, das verarbeiten wir auf unsere Art. Wir proben relativ wenig, aber diesmal treffen wir uns tatsächlich vorher, das ist aber eher ein Warmlaufen und hat den Vorteil, dass wir ein paar überraschende Highlights vorskizzieren können. Die spielen wir auf Zuruf, wenn es gerade passt.

Nächstes Jahr spielen sie in der Band der Fantastischen Vier im Stadion – ist das etwas Besonderes?

Klar. Wir haben schon Stadien gespielt und auch bei Monsterfestivals mit bis zu 100 000 Leuten. Und das ist musikalisch schon etwas anderes. Je lauter man beschallen muss, desto behäbiger wird das System und man braucht eine Stringenz, eine Klarheit, auch weniger Töne. Feine Sachen sind da schwierig umzusetzen, auch was die Dynamik betrifft. Bei Netzer brauchen wir wahnsinnig viel Dynamik, das würde im Stadion nicht funktionieren in so feinen Nuancen, nur in großen Schritten laut-leise. Im Stadion braucht man einen gut verzahnten Groove, und so ein lauter und körperlich spürbarer Sound kann großartig sein.

Das letzte Netzer-Album „Mailand Madrid“ ist 2009 erschienen – wird es ein aktuelles geben?

Wir haben schon Songs geschrieben. Es ist alles da – nur noch nicht passiert.

Netzer spielen an diesem Samstag, 21. September, um 21 Uhr im Jazzclub Bix.