Nachgekocht: Rezepte unserer Großeltern Wie macht man eigentlich Dinnete?

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Obwohl es im Internet überall gratis Rezepte gibt, sind Kochbücher nach wie vor sehr beliebt. Ob sie aber wirklich etwas taugen, merkt man erst, wenn man daraus kocht. Heute im Test: Dinnete aus dem Kochbuch „Unser kulinarisches Erbe“.

Dinnete werden auch schwäbische Pizza genannt. Foto: Jörg Leihmann/Becker Joest Volk Verlag 9 Bilder
Dinnete werden auch schwäbische Pizza genannt. Foto: Jörg Leihmann/Becker Joest Volk Verlag

Stuttgart - Wer ist das? Spitzenköche treffen die Generation unserer Großeltern. Alle Rezepte in „Unser kulinarisches Erbe“ (Becker Joest Volk Verlag, 29 ,95 Euro) sind auf einer Reise durch Deutschland aufgeschrieben worden. In Tübingen im Luise-Poloni-Heim war der Koch Jochim Busch, gebürtiger Reutlinger und Küchenchef des Restaurants Gustav in Frankfurt. Er lernt von Seniorinnen wie Einlaufsuppe gekocht wird, wie man einen Träubleskuchen backt und was eigentlich Dinnete sind.

Was ist das für ein Buch? Es ist eine kulinarische Reise durch Deutschland und eine zu den fast vergessenen Rezepten der Generation unserer Großeltern. Gut, dass die jetzt jemand aufgeschrieben hat.

Das Test-Rezept: Dinnete

Die Zutaten:

Für den Teig

500 g Dinkelmehl (Type 630)

plus etwas zum Bearbeiten

2 TL Steinsalz (10 g)

1 Würfel Hefe (42 g)

2 TL Zucker (10 g)

3 TL Rapsöl (15 ml)

Für den Belag

250 g leicht geräucherter Bauchspeck

100 g rote Zwiebeln

1 Knoblauchzehe

150 g Allgäuer Bergkäse

2 Bund Lauchzwiebeln

1 Ei (Größe M)

250 g saure Sahne

Steinsalz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Apfelessig

Die Zubereitung:

Mehl und Salz in eine Rührschüssel geben. Die Hefe zerbröseln, mit dem Zucker in 320 ml lauwarmem Wasser auflösen und mit dem Rapsöl zum Mehl gießen. Zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten und 5 Minuten kräftig kneten. Den Teig mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 40 Minuten gehen lassen. Den Teig in zehn gleich große Stücke teilen, diese mit wenig Mehl zu Kugeln formen, auf ein Backblech setzen und abgedeckt wieder etwa 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Teigkugeln mit einem Nudelholz zu 5 mm dicken, rund-ovalen Teigplatten ausrollen und weitere 15 Minuten gehen lassen. Für den Belag den Speck in kleine Würfel schneiden. Zwiebeln und Knoblauchzehe schälen. Die Hälfte der Zwiebeln in Ringe schneiden, die andere Hälfte ebenso wie den Knoblauch in sehr feine Würfel schneiden. Den Käse reiben. Die Lauchzwiebeln putzen und waschen, trocken tupfen und in Ringe schneiden. Zwiebel- und Knoblauchwürfel mit Ei und 50 g geriebenem Käse in die saure Sahne rühren. Die Masse mit Salz, reichlich Pfeffer und etwas Apfelessig abschmecken. Die Teigfladen mit der Creme bestreichen, dabei einen 1 cm breiten Rand frei lassen. Nacheinander restlichen geriebenen Käse, Speckwürfel, Zwiebelringe sowie Lauchzwiebeln darüber verteilen. Nach Belieben von den zwei langen Seiten des Teigrands je 1 cm nach innen einschlagen und an den beiden Enden leicht an den Teig drücken: Das gibt den Fladenbroten eine elegantere Form und einen knusprigen Rand und ist später beim Essen aus der Hand stabiler. Die Fladen auf zwei mit Backpapier ausgelegte Bleche legen und nacheinander im vorgeheizten Backofen jeweils 12–16 Minuten knusprig backen.

So lange dauert’s: Ein Hefeteig braucht Zeit. Und Geduld. Die Zubereitung dauert etwa 40 Minuten, man sollte den Teig aber etwa eineinhalb Stunden Gehenlassen. Die Dinnete sind dann in etwa 30 Minuten gebacken.

Das sagen die Mitesser: Das schmeckt ja wie Pizza!

Für Fans von: Gerichten unserer Großeltern.

Weitere Tipps: Das ist wirklich ein tolles Buch für Menschen, die sich mit Traditionen beschäftigen wollen.

Jörg Reuter, Manuela Rehn: Unser kulinarisches Erbe. Lieblingsrezepte der Generation unserer Großeltern. Becker Joest Volk Verlag, 29,95 Euro




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