Nachhaltige Projekte zeigen sich im Kreis Böblingen in den verschiedensten Facetten. Das wurde bei der diesjährigen Verleihung des „Grünen Zweigs“ einmal mehr deutlich.

Bei den vier Höhepunkten des Abends weht dann schon ein Hauch von Hollywood durch das Böblinger Sparkassen-Forum: Jedes Mal, wenn die Paten der jeweiligen Kategorie den grünen Umschlag auf der Bühne öffnen, um zu verkünden, welches der drei im Finale vertretenen Projekte gewinnt, steigt die Spannung im Publikum. Denn in ebenso vielen, thematisch gegliederten Kategorien wird die Auszeichnung „Grüner Zweig“, der jeweils mit 2500 Euro dotiert ist, vergeben.

 

Bereits im dritten Jahr zeichnet unsere Zeitung gemeinsam mit der AOK Stuttgart-Böblingen und unterstützt durch die Kreissparkasse Böblingen, auf diese Weise nachhaltige Projekte im Landkreis Böblingen aus – um den Ideen und Machern eine Bühne und mehr Sichtbarkeit zu verleihen.

Diese Projekte gehen als Sieger hervor

Der Sieg in der Kategorie „Bauen und Technik“ geht an die Stadtwerke Sindelfingen für ein innovatives Verfahren, bei dem Bodenaushub durch Verflüssigung nicht nur ressourcenschonend, sondern mit Zeit- und Kostenersparnis wiederverwertet wird. .

Die Preise sind mit je 2500 Euro dotiert. Foto: Stefanie Schlecht

Riesig ist dann der Jubel bei den großen und kleinen Vertretern der Gemeinschaftsschule Döffingen, als feststeht, dass sie mit ihrem geplanten Umweltgipfel im Wald inklusive Diskussionsrunde mit Politikern in der Kategorie „Bildung und Vereine“ die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen dürfen. Das integrative Hoffnungshaus-Wohnkonzept der Hoffnungsträger-Stiftung, bei dem Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unter einem Dach leben, hatte in der Kategorie „Menschen und Soziales“ die Nase vorn.

Mit ihrem langjährigen Einsatz für Mauersegler, für die sie in Herrenberg und im Gäu unter anderem über 150 Nistkästen angebracht haben und so einen großen Bruterfolg der Vogelart in der Region erst möglich machten, haben die Herrenberger Mauersegler-Schützer in der Kategorie „Ökologie und Natur“ auf ganzer Linie überzeugt.

Diskussion zeigt die zunehmende Gefahr der Hitzesommer auf

Noch vor der eigentlichen Preisverleihung am Donnerstagabend ging es bei einer Podiumsdiskussion um das Thema Hitze, Dürre und unreines Wasser und wie der Klimawandel unsere Gesundheit gefährdet.

„Junge Junge!“ sorgten für Lacher. Foto: Stefanie Schlecht

Der Extrem-Schwimmer macht durch spektakuläre Aktionen auf die Verunreinigung von Gewässern aufmerksam. Zuletzt in Indien, wo er die besorgniserregende Verdreckung des Ganges anprangerte. „Komplett durchschwommen habe ich ihn nicht, sonst säße ich heute nicht hier“, sagte er. Plastisch erklärte er die zunehmende Verunreinigung durch Mikroplastik in den Weltmeeren – aber auch unseren heimischen Gewässern. Ein Problem, das Mensch und Tier zu schaffen macht, wie er anhand eines Modells und eines Plüsch-Fisches aufzeigte.

Die Böblinger Stadtwerke-Chefin Christine Tomschi konnte für Böblingen insofern Entwarnung geben, dass „unser Trinkwasser hier sowohl sicher ist als auch sehr aufwändig beprobt.“ Gleichwohl seien Schönbuch und Bodensee keine ganz unerschöpflichen Quellen – die zunehmende Trockenheit schlage sich auf den Bezugspreis nieder.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Florian Wahl lobte die Aktivitäten der AOK, in Person: Jürgen Weber, Mitglied der Geschäftsführung. Die Krankenkasse nimmt für sich in Anspruch, besonders engagiert in puncto Nachhaltigkeit zu sein. Sie überprüft bei Arzneimittelverträgen etwa genau, wo und wie die Pharmazie hergestellt werde und ob die Produktion strenge Vorgaben etwa bei den entstehenden Abwässern erfülle.

Angriff auf die Lachmuskeln

Nach dem ernsten Teil des Abends starteten Wolfram und Gernot Bohnenberger alias „Junge Junge!“ einen Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums. Sie nahmen es mit auf einen kurzweiligen und amüsanten Ausflug zu verschiedenen Aspekten des Lachens – und dessen gesundheitsfördernder Wirkung. Saukomisch geriet vor allem ihre artistische Einlage, in der sie mittels wandelbarer Hüte das Publikum verzückten mit einem irrwitzigen Streifzug vom Piratenschiff ins Kloster in den Cowboy-Sattel – ohne ein Wort zu sprechen.

Zweistufiger Wettbewerb

Bewerbungen
Insgesamt 28 Anmeldungen sind in diesem Jahr eingegangen.

Expertenjury
Eine fünfköpfige Jury hat die Finalisten ausgewählt. In diesem Jahr waren dies Maxana Baltruweit, Geschäftsbereichsleiterin Gesellschaftliche Verantwortung der AOK Baden-Württemberg, Astrid Saalbach, Nachhaltigkeitsmanagerin im Landkreis Böblingen, Marie-Luise Zaiß, Leiterin der Stabstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit der Stadt Böblingen, Daniel Wengenroth, Bereichsleiter Marketing und Vertreter des Vorstands der Kreissparkasse Böblingen sowie Jan-Philipp Schlecht, Chefredakteur der Kreiszeitung Böblinger Bote.

Publikumswahl
4500 Stimmen wurden bei der abschließenden Online-Abstimmung abgegeben. Insgesamt zwölf Projekt, drei in jeder der vier Kategorien, standen zur Wahl.