In einem der Höfinger Feuerwehr vererbten Haus befinden sich offenbar große Vermögenswerte – darunter zahlreiche Modelleisenbahnen. Wie geht es mit dem Nachlass weiter?
Dass sich Leonbergs neuer Oberbürgermeister Tobias Degode in einer seiner ersten Ausschusssitzungen gleich mit Modelleisenbahnen befassen muss, hätte der neue Rathauschef sicher nicht erwartet. Dennoch kam es so, auch wenn die öffentliche Faktenlage in der Angelegenheit noch immer etwas undurchschaubar bleibt.
Fest steht: Es geht, wie bereits vor wenigen Wochen noch unter Degodes Vorgänger Martin Georg Cohn, um ein geerbtes Haus im Leonberger Teilort Höfingen. Das hat ein von der Stadtverwaltung nicht benannter Bürger der Feuerwehr vermacht – und zwar explizit der Höfinger Abteilung, wie die Kommune auf Nachfrage bestätigt.
Der Nachlass rund um das geerbte Haus beinhaltet offenbar auch Gold
Das Bemerkenswerte dabei: Bei dem Nachlass geht es nicht nur um das Gebäude, also um Wohnraum im Obergeschoss und darunter Garage und Lagerräume. Es geht auch darum, was sich im Innern befindet – oder befunden hat. Da war im Leonberger Sozial- und Kultusausschuss Mitte November unter anderem von Gold die Rede.
In der Dezember-Zusammenkunft des Gremiums kam der CDU-Stadtrat Dirk Jeutter nun mit etwas ganz anderem um die Ecke: Unzählige Modelleisenbahnen von großem Wert sollen sich im Haus befinden, tat er in öffentlicher Sitzung kund. „Märklin-Sachen zwischen 30 000 und 50 000 Euro“, so Jeutters Worte. Auch habe es bereits Gespräche mit einem „ortsansässigen Eisenbahnhändler“ gegeben. Ob es sich dabei um die im Leonberger Längenbühl ansässigen Spezialisten von Modellbahn-Walter handelt, ließ er jedoch offen.
Nachgefragt bei der Stadtverwaltung, gibt die Pressesprecherin Leila Fendrich zu Protokoll: „Hierzu kann noch keine abschließende Aussage getroffen werden.“ Es handele sich um eine große Menge verschiedener Gegenstände. „Die Katalogisierung des Nachlasses ist noch nicht abgeschlossen.“
Wie das geerbte Haus in Zukunft genutzt werden soll, steht noch nicht fest
Neue Entwicklungen hätten sich in der Angelegenheit seit November nicht ergeben, so Fendrich weiter. Offenbar ist das Vorgehen in der Sache nicht einfach. Kompliziert mache die Abwicklung des Erbes zudem die Tatsache, dass dabei die Auflagen aus dem Testament einzuhalten seien. Um welche es geht, dazu geht die Pressesprecherin nicht ins Detail.
Wie das Haus in Zukunft genutzt wird, steht noch nicht fest. „Zunächst muss der Zustand des Hauses ermittelt werden“, so Fendrich. Auch das Nachlassverzeichnis werde erst veröffentlicht, wenn die Erbschaft abgewickelt sei. Man darf gespannt sein, ob die Stadtverwaltung alsbald unter die Gold- und Modelleisenbahn-Händler geht.