Nachrüstung am Auto Hoffen auf die „Blaue Plakette“

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Die Folge: Anfang des Jahres stellten die Gesellschaften der Kontec-Gruppe entweder Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung oder auf ein Schutzschirmverfahren. Gleichzeitig mit der Bekanntgabe des Londoner Busauftrags teilte Baumot mit, dass das Unternehmen die Zukunft nunmehr ohne Kontec plane. Was das bedeutet? „Wir konzentrieren uns jetzt auf die Abgas-Nachbehandlung und suchen deshalb für Kontec einen Käufer“, sagt Hausser. Es gebe vier bis fünf Interessenten, ergänzt er.

Die Mehrheit der Aktien ist in Streubesitz

Damit würde Baumot 220 der 300 Mitarbeiter abgeben, die im vorigen Jahr (also einschließlich Kontec) noch für 38,2 Millionen Euro Umsatz gesorgt haben. Dabei fielen 3,3 Millionen Euro Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen an. Eine Prognose für 2017 und 2018 traut sich Hausser gegenwärtig nicht zu, da offen ist, wie Baumot mit BNOx punkten kann und wie sich die Trennung von Kontec bilanziell auswirkt. In der Vergangenheit war bei Baumot schon einmal von 100 Millionen Euro Umsatzpotenzial die Rede. Hausser hält das auch jetzt nicht für unrealistisch – zum Beispiel, wenn die Blaue Plakette für saubere Dieselfahrzeuge kommen sollte. Aber der Manager, der früher für eine US-Tochter von Daimler gearbeitet hat, weiß auch: „Dann entsteht ein riesiger Markt. Das werden wir dann sicher nicht alleine schaffen. Da spricht einiges dafür, auf Partnerschaften zu setzen.“

Baumot ist börsennotiert (Freiverkehr) und gehört zu gut 20 Prozent der Beteiligungsgesellschaft RMK, hinter der vor allem die Familie des Gründers steht, und zu 14 Prozent dem Unternehmen Cleantech aus China; der Rest ist in Streubesitz. Das Grundkapital von 27,6 Millionen Euro ist in Ein-Euro-Aktien eingeteilt – die etwa auf Höhe des Nennwerts notieren.