Beate Ritter wurde nur 41 In Stuttgart bekannte Sopranistin gestorben – Ein Engel auf der Opernbühne

Die verstorbene Sopranistin Beate Ritter, hier bei einem Auftritt in der Stuttgarter Staatsoper mit Generalmusikdirektor Cornelius Meister Foto: Ferdinando Iannone

Die Sopranistin Beate Ritter ist 41-jährig gestorben. Vielen Opernbesuchern in Stuttgart hat sie unvergessliche Stunden geschenkt.

Sie war sechs Jahre an der Staatsoper Stuttgart und in dieser Zeit die Koloratursopranistin vom Dienst: Beate Ritter. Wie oft sie ihre Paraderolle, Mozarts Königin der Nacht, gesungen hat, konnte sie am Ende selbst nicht mehr sagen. In Stuttgart hat sie diese Partie gleich in zwei Produktionen gesungen: In Corona-Tagen auf dem Wasen gab sie die Königin als hysterisch, mondäne Zicke, in Barrie Koskys animierter „Zauberflöten“-Revue war sie eine Spinne im Netz.

 

Zur Krönung des Franziskus

Zuletzt hat sie die Königin am 18. April hier gesungen; sie reiste mit Bauchschmerzen ab, wie Intendant Schoner berichtet. Es sollte ihr letzter Auftritt sein. In der Inszenierung von Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ von Jossi Wieler und Sergio Morabito war sie als Zerbinetta die Spiegelfigur der Titelheldin – Strauss’ hochvirtuose Tonkaskaden hat sie gesungen, als wäre dies das Leichteste von der Welt. Auch an ihren Auftritt im Finale von Olivier Messiaens „Saint François d’Assise“ mag sich mancher staunend erinnern: Da hat sie die lange Opern-Promenade mit einem Auftritt als Engel gekrönt, der glänzender nicht hätte ausfallen können.

Nach ihrem Stuttgarter Engagement war die gebürtige Oberösterreicherin, die von der Wiener Volksoper gekommen war, ab 2024 freischaffend tätig und weltweit gefragt – auch wegen der Mischung aus sängerischer und darstellerischer Leichtigkeit, die sie womöglich auch ihrer ersten Ausbildung im Musical verdankte. Adele, Olympia, Gilda, Sophie, Rossinis Rosina: Das war Beate Ritters Welt. An diesem Sonntag ist die Sängerin im Alter von erst 41 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Ihr Lachen und ihr Singen bleiben unvergesslich.

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