Nachruf Der Altdorfer Martin Huber ist verstorben

Vor fünf Jahren stellte Martin Huber seine Gesangbuch-Sammlung aus. Im Foto hält er ein Württembergisches Gesangbuch aus dem Jahr 1750 in den Händen. Foto: KRZ Archiv/Ruchay-Chiodi
Vor fünf Jahren stellte Martin Huber seine Gesangbuch-Sammlung aus. Im Foto hält er ein Württembergisches Gesangbuch aus dem Jahr 1750 in den Händen. Foto: KRZ Archiv/Ruchay-Chiodi

Der Altdorfer Martin Huber ist am 17. April verstorben. Der ehemalige Vorsitzende des Heimatgeschichtsvereins war bekannt für seine Leidenschaft für Ortskunde.

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Martin Huber

Altdorf - Der Altdorfer Martin Huber ist im Alter von 85 Jahren am 17. April verstorben. Der leidenschaftliche Heimatgeschichtler und Künstler war ein bekanntes Gesicht im Ort. Neben vielen Ehrenämtern, die er in seinem Leben ausübte, war er nämlich auch der Leiter der Altdorfer Bank, als diese noch selbstständig war. Bürgermeister Erwin Heller erinnert sich: „Er hat in Altdorf gelebt und gearbeitet, sein Gesicht kannte jeder.“ Zehn Jahre lang, von 1965 bis 1975, brachte er sich außerdem in der kommunalen Politik ein und saß im Gemeinderat. Doch wer denkt, dass Martin Huber es bei diesem Ehrenamt beließ, der hat weit gefehlt. 1973 war er Mitbegründer des Krankenpflegevereins in Altdorf, den er dann auch 28 Jahre lang als Kassier begleitete. Über 40 Jahre leitete er außerdem den Kirchenchor. 1985 gründete er dann den Arbeitskreis Altdorfer Heimatgeschichte und war bis 2003 der Vorsitzende, bis Arnd Rehn den Posten übernahm. „Er war ein Experte in Sachen Heimatgeschichte“, sagt Erwin Heller. So war er auch für die Gemeinde der erste Ansprechpartner, wenn es um die Ortsgeschichte ging. Da hieß es bei Anfragen oftmals: „Wenden Sie sich an Martin Huber“. Auch in der Kirche war er ein aktives Mitglied: Als Ahnenforscher machte er sich einen Namen und verfasste sogar ein Buch über das 500-jährige Jubiläum der Altdorfer St. Blasius Kirche. Mit Kirchenbüchern – da kannte er sich aus. „Er konnte sogar die alten Schriften lesen“, hebt Bürgermeister Heller beeindruckt hervor. Diese Fähigkeit war auch für seinen Kollegen aus dem Heimatgeschichtsverein, Arnd Rehn, eine große Hilfe: Schriftstücke in Sütterlin waren für den Altdorfer nämlich kein Problem. Seine Sachkunde schätzte der jetzige Vorsitzende des Heimatgeschichtsvereins sehr. Sein großer Traum, ein Heimatgeschichtsmuseum, ging für Martin Huber im Jahr 2015 in Erfüllung.

Ein leidenschaftlicher Sammler von alten Schriften

Der Rathauschef beschreibt Martin Huber als freundlich, zuvorkommend und engagiert. Auch im Ruhestand führte er seine Leidenschaften fort, hatte sogar zwei Ausstellungen im Rathaus. Damals zerlegte er beispielsweise Lindenholz in Scheiben und verzierte diese mit verschiedenen Bildmotiven. Da war er 82 Jahre alt. Auch Gesangbücher sammelte er leidenschaftlich: Um die 100 hatte er in seinem eigenen Fundus und stellte diese im Altdorfer Gemeindehaus aus. Gleichzeitig war er auch Sammler der Schriften und Hinterlassenschaften des Altdorfer Pietisten Michael Hahn, Stifter der Hahn’schen Gemeinschaft. „Martin Huber war ein vielseitiger, kreativer Mensch“, sagt Erwin Heller. Er erinnert sich gern an einen Seniorenausflug, auf dessen Busfahrt Martin Huber kurzerhand ein Gedicht aus der Feder schwang, das er später beim Abendessen vortrug. Die Beerdigung findet am Freitag, 23. April, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Altdorf statt.




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