Nachtkritik: Die Rolling Stones in Stuttgart Haben es die Stones noch drauf?

Von  

Sind Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ron Wood mit über 70 Jahren wirklich noch Rock’n’Roll? Sind ihre Songs immer noch so gut wie sie einst waren? Unsere Kurzkritik verrät Ihnen, wie der Auftritt der Rolling Stones am Samstag in Stuttgart war – und ob auch Ihr Lieblingslied auf dem Programm stand.

Die Rolling Stones in Stuttgart: Mick Jagger, Ron Wood und Keith Richards (von links), Charlie Watts trommelt wie immer dezent unauffällig im Hintergrund. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 15 Bilder
Die Rolling Stones in Stuttgart: Mick Jagger, Ron Wood und Keith Richards (von links), Charlie Watts trommelt wie immer dezent unauffällig im Hintergrund. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Ja, sie haben es noch drauf! Ja, die Songs sind immer noch spektakulär! Ja, so geht Rock’n’Roll! Die Rolling Stones haben sich am Samstagabend vor 43 000 Zuschauern in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena mit einem solchen Eifer durch ihr Repertoire gespielt, haben wunderbar knackige Versionen von Liedern wie „Street Fighting Man“, „Jumpin’ Jack Flash“ oder „Brown Sugar“ rausgehauen, dass man gar nicht glauben mochte, dass viele der Stücke an diesem Abend schon über 50 Jahre auf dem Buckel haben.

Von „Street Fighting Man“ bis „Satisfaction“

Zwischendurch haben Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ron Wood und ihre Begleitband zwar auch mal den Blues (grandios das knurrige „Midnight Rambler“), arbeiten sich an Bob Dylans „Like A Rolling Stone“ ab, und zweimal darf Richards ans Mikrofon („You Got The Silver“ und „Before They Make Me Run“). Doch vor allem bemüht sich die wichtigste Rockband der Welt darum, keinen ihrer Klassiker auszulassen. Bei „Sympathy For The Devil“ qualmt die Bühne feurig rot, bei „Miss You“ beweisen die Stones, dass sie auch Disco drauf haben, zum „(I Can Get No) Satisfaction“-Finale gibt es ein kleines Feuerwerk.

Ron Wood als der Meister der Kehrwoche

Und Mick Jagger spielt wieder einmal den Zappelphilipp, spricht zwischen den Liedern viel Deutsch. stellt Ron Wood als den „Meister der Kehrwoche“ vor, schwärmt von Stuttgart („Ich wünschte, ich wäre im Baugewerbe“) und macht auch sonst gerne Witze: „Wir spielen jetzt zum dritten Mal hier. Das Stadion hieß jedes Mal anders. Aber unsere Songs waren immer dieselben.“

Eine ausführliche Besprechung des Abends folgt am Sonntag.

Die Setlist

Street Fighting Man / It’s Only Rock’n’Roll (But I Like It)“ / Tumbling Dice / Ride ’Em On Down / Let’s Spend The Night Together / Like A Rolling Stone / You Can’t Always Get What You Want / Paint It Black / Honky Tonk Women / You Got The Silver / Before They Make Me Run / Sympathy For The Devil / Miss You / Midnight Rambler / Start Me Up / Jumpin’ Jack Flash / Brown Sugar / Zugaben: Gimme Shelter / (I Can’t Get No) Satisfaction